Jugendliche benoten ihre Gemeinden

Köllertal. In diesen Tagen erhalten Bürgermeister von 23 saarländischen Kommunen Zeugnisse. Die Noten haben die Jugendlichen der einzelnen Gemeinden vergeben. Bewertet wurden Jugendfreundlichkeit und -tauglichkeit. "Versetzt" werden alle, aber es bleiben viele Wünsche offen

Köllertal. In diesen Tagen erhalten Bürgermeister von 23 saarländischen Kommunen Zeugnisse. Die Noten haben die Jugendlichen der einzelnen Gemeinden vergeben. Bewertet wurden Jugendfreundlichkeit und -tauglichkeit. "Versetzt" werden alle, aber es bleiben viele Wünsche offen. Im Regionalverband Saarbrücken verteilen sich die Schulnoten wie folgt: Riegelsberg (2,8), Püttlingen (2,9), Quierschied (3,1), Völklingen (3,1), Saarbrücken (3,2), Sulzbach (3,3) und Heusweiler (3,4) (Großrosseln ist wegen mangelnder Beteiligung nicht dabei).Während Riegelsberg also, ganz dicht gefolgt von Püttlingen, die Nase vorn hat, liegt die Landeshauptstadt im Mittelfeld, und Heusweiler ist das Schlusslicht - wobei der Unterschied zwischen Riegelsberg und Heusweiler kaum mehr als eine halbe Schulnote beträgt. Riegelsberg wird, auf der positiven Seite, von den Jugendlichen als gepflegte, sympathische und weltoffene Gemeinde gesehen. Verbesserungswürdig seien (wie auch in Püttlingen und Heusweiler) Freizeit- und Einkaufsmöglichkeiten, wobei aber die Nähe zur Landeshauptstadt als Pluspunkt bewertet wird.Bei Püttlingen fiel positiv auf, dass das relativ gute Ergebnis in Sachen Kinder- und Jugendfreundlichkeit trotz des vergleichsweise höheren Durchschnittsalters der Befragten zustande kam, denn die jüngeren Befragten sahen im Landes-Durchschnitt ihre Situation besser als ältere Jugendliche. Püttlingen wird einerseits als gemütlich, locker, umweltbewusst und modern beschrieben, aber auch als ein bisschen spießiger und auch als fremdenfeindlicher als andere Gemeinden. In Heusweiler ist die Benotung zu relativieren, weil hier der Anteil der älteren Jugendlichen (die schlechtere Bewertungen als jüngere abgeben) recht hoch war. So wird Heusweiler einerseits zwar als überdurchschnittlich sicher und umweltbewusst, auch als "gemütlich", "locker" und "sympathisch" wahrgenommen, andererseits aber auch als besonders langweilig und etwas spießig. Was fast alle Bewertungen quer durch das Saarland gemeinsam haben: Die Jugendlichen wünschen sich mehr Beteiligungsmöglichkeiten. Das Saarland insgesamt erreichte einen Notendurchschnitt von 3,0. Rund 1900 Jugendliche zwischen 13 und 21 Jahren hatten sich saarlandweit in den letzten Monaten an dieser Aktion beteiligt. Die Fragen, die von einer Gruppe Jugendlicher miterarbeitet wurden, drehten sich um die Freizeit-, Konsum- und Bildungsangebote. "Zwar sind die Ergebnisse trotz der großen landesweiten Rückmeldequote insbesondere auf Gemeindeebene nicht repräsentativ, aber dennoch aussagekräftig", sagt Karsten Ries vom Studiengang "Soziale Arbeit und Pädagogik der Kindheit" der HTW, der die Ergebnisse wissenschaftlich auswertete. > Weiterer Bericht folgt red

Hintergrund"Ding dein Dorf" ist eine Aktion des Landesjugendrings Saar in Kooperation mit dem Jugendserver-Saar, dem Jugendradio des SR, 103,7 UnserDing und dem Studiengang "Soziale Arbeit und Pädagogik der Kindheit" an der HTW des Saarlandes. Das Projekt wird unterstützt vom saarländischen Bildungsministerium, aus Mitteln des Kinder- und Jugendplans des Bundes (KJP) mit dem bundesweiten Aktionsprogramm für mehr Jugendbeteiligung, sowie der Internet-Agentur DeepWeb. red