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Saarbrücken ist wie ein gallisches Dorf.

Fußball und Stadtentwicklung : Von Saarbrücker Galliern

Diese Woche hat irgendjemand auf irgendeinem Fernsehsender Saarbrücken ein kleines gallisches Dorf genannt.  Dem Sportreporter, der ganz aus dem Häuschen war, fehlte es sicher nicht an Kenntnissen in Geografie.

Dass Saarbrücken nicht in Frankreich liegt, war ihm klar, schließlich berichtete er über ein Pokalspiel des Deutschen Fußballbundes. Der aufgeregte Reporter meinte das kleine gallische Dorf, das in den Asterix-Comics der römischen Übermacht trotzt und sich einfach nicht erobern lässt. Der 1. FC Saarbrücken hat das Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion zu so einem Dorf gemacht. Die Fußball-Republik schaut auf dieses Dorf und reibt sich die Augen. Und im Saarland beginnen nach dem Pokalerfolg diese Woche viele Sätze mit den Worten: „Man muss sie ja nicht mögen, aber...“ Der oft geschmähte und verspottete FCS ist plötzlich zum Sympathieträger der Stadt geworden. Und viele wollen etwas von diesem Glanz abhaben.

In die Pose der aufmüpfigen Gallier haben sich in dieser Woche auch Hans-Jürgen Altes und Manfred Klasen geworfen. Die beiden bereiten für die Interessengemeinschaft Burbach eine Stadtteilkonferenz vor. Am kommenden Mittwoch will die Interessengemeinschaft im Bürgerhaus klar machen, dass Burbach ein Stadtteil ist, der mehr verdient hat, als ihm bisher zugestanden wird. Dazu haben Altes und Klasen Vertreter der Stadtverwaltung, des Regionalverbands und des saarländischen Verkehrsministeriums eingeladen. Wobei die Burbacher Gallier schon im Vorfeld der Versammlung, zu der alle Burbacherinnen und Burbacher eingeladen sind, klar gemacht haben, dass sie nicht nur ein par Streicheleinheiten wollen. Es geht um eine knappe Million Euro die zwar über ein Förderprogramm für Burbach vorgesehen war, aber dort nie angekommen ist. Das wird ein spannender Abend. Auch ohne Fußball.