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Wenn in Saarbrücken plötzlich ein Umzugshelfer auftaucht.

Umzugshelfer : Umziehen wie im Märchen

Bei Umzügen geht ja meistens etwas zu Bruch. Manchmal nimmt auch ein Weltbild Schaden.

Das Auto irgendwie geparkt, weil mal wieder kein Parkplatz frei war. Eine schwere Couch auf dem Hänger. Ein Haus ohne Aufzug. Die Wohnung im ersten Stock. Geschichten, die so anfangen gehen weiter mit: Verdammter Mist. Das ist nicht mein Tag. Schweiß, womöglich sogar Blut und Tränen. Und sie enden mit: Nie wieder!

Immer? Nein. Es kann auch märchenhaft werden. So wie es ein Bekannter vor einigen Tagen erlebt hat. Seine Geschichte geht so: Mit dem recht großen Hänger einfach keinen Parkplatz gefunden. „Ergo: Scheisse geparkt. Ist ja nur fürs Ausladen.“ Kaum war das schwere Sofa auf den Gehweg gewuchtet, kommt ein Typ um den Hänger gelaufen. Anfang 20. Und mit der Frage: „Braucht Ihr Hilfe?“ „Ich dachte, mein Hörsturz hat mir einen Streich gespielt“, erinnert sich mein Bekannter. Nochmal kam die Frage: „Braucht Ihr Hilfe?“

Ihm fehlten die Worte. Nur der Gedanke: „Gibt‘s doch gar nicht!“ Doch. Denn der Typ hat sich das andere Ende der Couch geschnappt und „schleppt es fröhlich vor sich hin stöhnend mit mir in die erste Etage“, erzählt mein Bekannter. Und das zweite Couchteil auch. Einfach so. Ein Handschlag, der Typ geht  auf die andere Straßenseite, steigt in sein Auto und fährt weg, mit dem ausgetauschten Weltbild meines Bekannten.