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Frevel in der Stadt
Wasserklau und wildes Ablagern von Grüngut

Friedrichsthal. Beschwerden über die Situation auf dem Friedrichsthaler Friedhof nehmen zu. Verwaltung will gegen Übeltäter vorgehen.

In den letzten Wochen wurde die Stadtverwaltung nach eigenen Angaben von gestern mehrfach darauf hingewiesen, dass von den Brunnen auf dem Friedhof in Friedrichsthal möglicherweise zu Privatgärten Schlauchverbindungen gelegt wurden, um so zuhause ein kostengünstiges Gießen zu ermöglichen. Auch wird berichtet, dass auf Fahrzeuge aufgeladene Wassercontainer auf dem Friedhof mit Wasser gefüllt werden.


Die Brunnen sind grundsätzlich nur zur Entnahme von Wasser für die Pflege der Gräber bestimmt. Die Stadt Friedrichsthal wird diese Vorgehensweise nicht hinnehmen und beabsichtigt, rechtliche Schritte einzuleiten. Wer entsprechende Beobachtungen machen kann und auch Kfz-Nummern oder sogar die Namen der Übeltäter kennt, möge sich bitte an die Verwaltung unter Tel. (06897) 85 68 303) wenden. Die Verwaltung bittet auch im Hinblick auf die Wasserressourcen um ein sparsames Umgehen mit dem Gießwasser auf dem Friedhof.

Eine weitere Marotte habe in den letzten Monaten um sich gegriffen: Statt seinen Grünschnitt zur Deponie zu bringen, füllt mancher Bürger sein aus dem heimischen Garten mitgebrachtes Schnittgut in die Abfallkörbe auf dem Friedhof. Diese Körbe sind jedoch nur zur Ablagerung der bei der Grabpflege anfallenden Mengen bestimmt. Diese nicht akzeptable Manier, sich auf diese Weise von seinen Gartenabfällen zu trennen, bindet die ohnehin knappen Personalressourcen auf den Friedhöfen, so die Stadt weiter.



Dabei gebe eine leicht nutzbare Alternative: Die gemeinsame Grüngutsammelstelle von Friedrichsthal und Spiesen-Elversberg ist in den Sommermonaten (März – Oktober) freitags von 7.30 bis 12 Uhr und von 12.30 bis 17 Uhr sowie samstags von 8 bis 15 Uhr geöffnet. Anlieferungen werden bis 15 Minuten vor Schließung der Sammelstelle angenommen. Entsprechende Wertkarten (zu 10 Euro oder 20 Euro gibt es bei der Stadtkasse Friedrichsthal und im Bürgerbüro Spiesen-Elversberg.

Wegen der Abnahme und Verwertung des Grünguts durch den EVS (daraus wird wiederverwertbarer Kompost gewonnen) dürfen mit Schädlingen befallene Pflanzen, wie zum Beispiel Buchsbaum mit Buchsbaumzünsler oder andere in der Benutzungsordnung ausgenommene Pflanzen nicht angenommen werden. Der Grundstückseigentümer muss grundsätzlich dann in Eigenverantwortung für eine geordnete Entsorgung sorgen.

Im Falle des befallenen Buchsbaums haben die beiden Kommunen jedoch beschlossen, zunächst einmal einen zusätzlichen Container bereitzustellen, in dem der befallene Buchs, getrennt von den übrigen Grüngutmassen, wenn möglich in Plastiksäcken verpackt, angeliefert werden kann. Wichtig hierbei ist, dass eine Trennung erfolgt ist. Die Wurzeln sollen aber vom befallenen Buchs abgetrennt werden. Diese müssen bei größeren Stöcken eigenverantwortlich entsorgt werden, weil diese auch auf der Grüngutsammelstelle nicht angenommen werden. Die Entgelte für die Buchsbaumentsorgung entsprechen zurzeit denen der übrigen Anlieferungen.

Es ist jedenfalls nicht zu akzeptieren, dass befallene Grüngutmengen aus den Hausgärten still und heimlich – und letztlich auch auf Kosten der Allgemeinheit – auf dem Friedhof abgelagert wird. Auch hier wird man gezielte Kontrollen durchführen und entsprechend dagegen vorgehen, so die Stadt abschließend.