Forderungen der Grünen im Saarland nach Finanzhilfe für Stahlindustrie

Für saubere Produktion : Saar-Grüne fordern nachhaltige Investitionen in die Stahlindustrie

Vertreter der saarländischen Grünen fordern von der Politik Unterstützung für die krisengeschüttelten Stahlproduzenten im Land.

Auch aus der Bewegung Scientists for Future kommen ähnliche Forderungen. Gerhard Wenz, Professor für Chemie an der Saar-Uni und Grünen-Mitglied, will dazu allerdings nicht auf „altbewährte“ Technologien setzen. „Fakt ist, dass die Stahlindustrie mit acht Millionen Tonnen pro Jahr fast für die Hälfte des saarländischen Kohlendioxid-(CO2-)Ausstoßes verantwortlich ist“, sagt Wenz. Staatliche Investitionen seien nur dann gerechtfertigt, wenn der CO2-Ausstoß durch sie gesenkt werde. „Der saarländische Stahl wird mit etwa 1,6 Tonnen CO2 pro Tonne Stahl leider auch nicht viel klimafreundlicher produziert als in vielen anderen Teilen der Welt.“ Langfristig überleben könne die Branche nur dann, wenn in der Roheisen-Produktion Kohle durch Wasserstoff ersetzt werde. Dadurch ließen sich die CO2-Emissionen um zwei Drittel senken.

Der Landesvorsitzende der saarländischen Grünen, Markus Tressel, sieht auch die Europäische Union in der Pflicht. „Die Krise der Stahlindustrie hat starke internationale Ursachen, die nicht alleine national gelöst werden können“, so Tressel. Er fordert „eine europäische Zukunftsstrategie“. Daneben sei ein effektiver Schutz vor „Billigstahl-Importen“ nötig. „Nur Europa kann letztlich für faire Wettbewerbsbedingungen auf dem globalen Stahlmarkt sorgen und das verheerende Preis- und Ökodumping wirksam verhindern.“

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