Wasserrohre sind der Übeltäter

Oberwürzbach. Veraltete Wasserleitungen tragen die Hauptschuld am trüben Trinkwasser, dass seit einigen Monaten aus den Wasserhähnen zahlreicher Oberwürzbacher Haushalte fließt. Das erläuterte am Mittwochabend Hubert Wagner, Chef der Stadtwerke St. Ingberter, bei seinem Besuch im Oberwürzbacher Ortsrat

Oberwürzbach. Veraltete Wasserleitungen tragen die Hauptschuld am trüben Trinkwasser, dass seit einigen Monaten aus den Wasserhähnen zahlreicher Oberwürzbacher Haushalte fließt. Das erläuterte am Mittwochabend Hubert Wagner, Chef der Stadtwerke St. Ingberter, bei seinem Besuch im Oberwürzbacher Ortsrat.

Gegen Ende des Jahres 2011 seien laut Wagner die ersten Beanstandungen bei den Stadtwerken eingegangen. Hauptsächlich betroffen ist die Wohnsiedlung im Steckental. Bedingt habe die Trübung aber auch mit der Umstellung von 2009 zu tun. Damals endete die Wasserversorgung Oberwürzbachs durch die Bliestal-Wasserwerke, in der Verantwortung stehen seitdem die Stadtwerke St. Ingbert. "Das Wasser floss fortan aus einer anderen Richtung in die Haushalte. Dadurch haben sich Krustierungen im Leitungssystem gelöst." Laut Wagner sind die im Steckental verbauten verzinkten Gussstahl-Rohre 50 Jahre und älter und müssten nun ausgetauscht werden, da sich die rostschützende Zinkschicht auflöst und das Wasser somit trübt. Er empfiehlt die Umrüstung aus Kunststoff-oder Kupferrohre, häufig helfe es schon, die Rohre einfach dauerhaft zu spülen. Außerdem solle geprüft werden, ob vielleicht auch die Armaturen in Küche oder Bad verantwortlich seien. Das könnte wegen vorhandener Bleireste dann richtig gefährlich werden. Das Gesundheitsamt ist seit bekanntwerden der ersten Fälle eingeschaltet, auch Messungen haben stattgefunden. Überschritten worden sei aber lediglich ein erhöhter Eisenanteil und der sei nicht Gesundheitsgefährdend. "Das Wasser, das wir liefern, entspricht der Trinkwasserverordnung", betonte Wagner. "Die Trübungen auf die Umstellung auf unser Wasser zurückzuführen, ist einfach nicht angemessen."

Ein weiteres Problem: Das St. Ingberter Wasserleitungsnetz ist überdimensioniert. Durch Bevölkerungsrückgang und Sparmaßnahmen steht das Wasser länger in den Leitungen. Sollte das Netz umgerüstet werden, könnten Versorgungsschwierigkeiten eintreten - etwa dann, wenn die Feuerwehr Löschwasser benötigt." Technisch und qualitativ haben die Stadtwerke ihre Hausaufgaben wohl gemacht. Nur an der Kommunikation mit den Betroffenen müsse man arbeiten. Das sah auch Wagner ein. obe