Die Briten machen's rabenschwarz

St. Ingbert. Die Kinowerkstatt zeigt am Samstag, 8. September, um 21 Uhr, am Sonntag, 9. September, um 20 Uhr, sowie am Montag, den 10. September, um 20 Uhr "Four Lions" (Großbritannien 2010) von Christopher Morris mit Riz Ahmed, Arsher Ali, Nigel Lindsay und Kayvan Novak. Vier junge britische Männer sind im Auftrag Allahs unterwegs. So meinen sie jedenfalls

St. Ingbert. Die Kinowerkstatt zeigt am Samstag, 8. September, um 21 Uhr, am Sonntag, 9. September, um 20 Uhr, sowie am Montag, den 10. September, um 20 Uhr "Four Lions" (Großbritannien 2010) von Christopher Morris mit Riz Ahmed, Arsher Ali, Nigel Lindsay und Kayvan Novak.

Vier junge britische Männer sind im Auftrag Allahs unterwegs. So meinen sie jedenfalls. Omar (Riz Ahmed) will sich dem Heiligen Krieg anschließen, weil er nicht länger tatenlos zuschauen will, wie das Ansehen junger Moslems auf der Welt mit Füßen getreten wird. Waj (Kayvan Novak) hält das für eine gute Idee und schließt sich an, weil er nichts Besseres zu tun hat - außerdem trifft Omar ohnehin immer alle Entscheidungen für ihn.

Barry (Nigel Lindsay) ist als weißer islamischer Konvertit zwar völlig anderer Meinung, aber das macht nichts, denn das ist er grundsätzlich. Aus Prinzip. Als Bombenbauer stößt Faisal (Adeel Akhtar) zu der Truppe, der allerdings nicht als Selbstmordattentäter in Frage kommt, weil sein Vater gerade krank geworden ist. Gemeinsam sind sie fest entschlossen, die westliche Gesellschaft dort zu treffen, wo es weh tut. Fragt sich nur, ob sie ein Streichholz anzünden können, ohne sich dabei im Gesicht zu verletzen In einer pechschwarzen Satire über den Heiligen Krieg und die Schwierigkeit, Krähen als Soldaten auszubilden, packt das britische Comedy-Genie Chris Morris ("The Day Today", "Brass Eye") ein heißes Eisen an und entdeckt in der größten Bedrohung der Gegenwart einen ebenso bestürzenden wie aberwitzigen Humor. Inszeniert als absolut unwiderstehliche Mischung aus Monty Python und Ali G., fasziniert "Four Lions" als unerschrockener und gnadenlos konsequenter Spaß, der im wahrsten Sinne des Wortes explosiv ist.

Die spannende Frage, an der sich "Four Lions" versucht, ist die, ob man mit angehenden Terroristen, mit einem anarchistischen Haufen kindlich-naiver Männer mit wirren Ideen über Gott und die Welt, sympathisieren kann. Funktionieren Terroristen überhaupt noch als monströse Feindbilder, wenn sie denselben Straßenjargon sprechen, dasselbe Fastfood essen, dieselbe Rapmusik hören, sich an derselben Populärkultur orientieren und mit ähnlich unsinnigen Alltagsproblemen hadern wie unsereins?

Die fünf jungen britischen Muslime, deren Identitätssuche sie von ihrer braven bürgerlichen Existenz in Sheffield in ein paranoides pakistanisches Terrorcamp und wieder zurück führt, sind der gewissenhafte Omar, der fügsame Waj, der erfinderische Faisal, der unerfahrene Hassan und der zum Islam konvertierte, besonders fanatische Barry. Sie bilden diesen kuriosen, glänzend gespielten Männerbund, dessen kulturelle Hybridität Grund für viele der komischen wie tragischen Dissonanzen des Films ist. Das mutige Konzept besteht darin, sich über die Figuren zu amüsieren und sie doch als eigenwillige Persönlichkeiten ernstzunehmen." redkinowerkstatt.de

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