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Blies in Gefahr? Grüne Blieskastel wollen diese Frage erörtert wissen

Lauern im Bliesgau Gefahren für die Umwelt? : Beunruhigend oder einfach nur lästig?

Gefahr für die Blies? Grüne Blieskastel reichen eine Anfrage zur Wasserqualität und zum Gewässerschutz im Stadtrat ein.

Die Grünen im Stadtrat Blieskastel melden sich mit einem aus ihrer Sicht beunruhigenden Thema zu Wort. Es geht ihnen um die möglichen Auswirkungen einer regelmäßig wiederkehrenden Erscheinung, die sie nicht ruhen lässt. Seit Jahren, so schreiben sie, werde auf dem Erbach in Homburg unterhalb der Kläranlage immer wieder intensive Schaumbildung festgestellt. Unsere Zeitung berichtete mehrmals darüber, zuletzt im Septtember dieses Jahres im Homburger Lokalteil. Demgemäß beschäftigt der Schaum auf dem Erbach seit nunmehr zwei Jahren die dortige Stadtverwaltung. Auch die Homburger Grünen haben einen besonders wachen Blick auf das Geschehen. 

In den vergangenen Monaten, so die Blieskasteler Grünen, seien des Öfteren große und dichte Mengen an Schaum sichtbar geworden, wie auch mehrfach aus der lokalen Presse zu entnehmen gewesen sei. Für diese Schaumbildung sei nach Angaben der zuständigen Behörden eine hohe Konzentration an Tensiden verantwortlich. Nach Angaben des saarländischen Umweltministeriums sei der ökologische Zustand des Erbachs, der in die Blies mündet, grundsätzlich schlecht (Klasse 5), ebenso sei die Gewässergüteklasse unbefriedigend (Klasse 4). Auf Antibiotika und antibiotika-resistente Bakterien seien diese Proben vom Umweltministerium im Übrigen nicht überprüft worden.

Die Blieskasteler Grünen-Stadtratsfraktion hat eine Anfrage zur Wasserqualität und zur Tensid-Belastung der Blies bei der Stadtverwaltung für die nächste Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Planen und Bauen eingereicht. „Wir möchten konkret in Erfahrung bringen, wie hoch die Konzentration von Tensiden im Wasser der Blies und deren Fischvorkommen ist. Für uns ist zudem von Interesse, ob die derzeit hohe Tensid-Belastung des Erbachs Auswirkung auf die Wasserqualität der Blies hat, in welchen zeitlichen Abständen diese überprüft wird und welche Stoffe konkret im Bereich Blieskastel kontrolliert werden.

Des Weiteren soll durch die Anfrage geklärt werden, ob diesbezüglich bereits eine Anfrage der Fischereigenossenschaft Blies bei der Stadtverwaltung vorliegt und ob in der Vergangenheit ein Informationsaustausch zum Gewässer-Zustand von Blies und Nebengewässern zwischen der Stadtverwaltung und den zuständigen Behörden in Kreis und Umweltministerium stattgefunden hat, erklärt Lukas Paltz, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Stadtrat von Blieskastel. 

Die Grünen möchten außerdem wissen, ob es in Blieskastel ansässige Unternehmen gibt, die Abwasser direkt in die Blies oder das Kanalnetz leiten, und ob es sich dabei um problematische Stoffe handelt. Für den Einsatz von Tensiden in gewerblichen Produktionsprozessen gebe es gesetzliche Auflagen zur Überwachung. Für einige schwer abbaubare Tenside gebe es Anwendungsbeschränkungen und Höchstwerte in Fischen. Eine Einleitungsbeschränkung in das Kanalnetz sei nach der Abwassersatzung der Stadt Blieskastel – wie auch übrigens in Homburg – aus Gründen des Gewässerschutzes grundsätzlich möglich.

„Ebenso kann in den Auflagen eine Vorbehandlung der Abwässer vor der Einleitung in den städtischen Kanal und zum Schutz der Kläranlage vor einer Überlastung festgeschrieben werden. Wegen der Dauerbelastung von Erbach und Blies durch die überlastete Kläranlage Homburg kann es zu Schädigungen von Wasserlebewesen wie Fischen durch besonders problematische Stoffe wie Tenside kommen. Deshalb gibt es in der Oberflächengewässerverordnung (OGewV) für Tenside aus der Gruppe der Fluorcarbonsäuren (PFC) und für Nonyl- und Octylphenole Grenzwerte. Die OGewV ist die Umsetzung Europäischer Richtlinien in deutsches Wasserrecht“, fügt Lisa Becker, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtrat und Erste Beigeordnete der Stadt Blieskastel, hinzu.