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Kämmerei-Verbund: In Mandelbachtal geht die Debatte weiter

Aussichtsreiches Unterfangen in Mandelbachtal? Eher nicht : Kämmerei-Verbund: Die Debatte geht weiter

In Mandelbachtal spricht sich die Mehrheit im Gemeinderat für diese Lösung aus. Die CDU ist dagegen.

Geht es nach dem Willen des Mandelbachtaler Gemeinderats, dann soll ein gemeinsamer Kämmerer für alle drei Bliesgau-Kommunen gesucht werden. Das hat das Kommunalgremium mehrheitlich mit den Stimmen von SPD, Grüne, Linke und FWG in seiner letzten Sitzung beschlossen. Die CDU stimmte gegen die Pläne. Das mehrheitliche Votum stößt in den Rathäusern von Blieskastel und Gersheim nicht auf Gegenliebe. In Gersheim hat bereits Bürgermeister Michael Clivot (SPD) auf die Eigenständigkeit seiner Gemeinde bestanden (wir berichteten). Er sieht hier, trotz aller Liebe für interkommunale Zusammenarbeit, wie beim gemeinsamen Standesamtsbezirk mit Mandelbachtal und Blieskastel, eine Gefahr. In dBlieskastel hat sich bereits die CDU-Fraktion im Stadtrat gegen ein gemeinsames Finanzressort ausgesprochen.

In Mandelbachtal geht die Forderung nach einem Kämmerei-Verbund auf die Initiative der dreiköpfigen Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen zurück.

Daniel Wannemacher widersprach bei der Vorstellung des Antrags einem Leserbriefschreiber unserer Zeitung, wonach es sich bei dem Ansinnen um „Größenwahn“ handele. Er sieht die Idee eines Teams mit den beiden Bliestal-Kommunen als begrüßenswert an und stellte in der Sitzung klar, dass es hier nicht um einen Wettbewerb gehe. Gleichzeitig zeigte sich Wannemacher offen für Gegenargumente. Die wären in einer möglichen Kooperationsvereinbarung gut zu regeln, so der Fraktionschef. Auch sei eine höhere Spezialisierung von Tätigkeiten denkbar. Vor allem würde der Wettbewerb mit den Nachbarkommunen um das ohnehin überschaubare Personal in diesem Bereich beendet werden, meint er. „Wir stehen dieser Sache äußerst positiv gegenüber“, stellte Michael Abel klar. Der Sozialdemokrat forderte dazu auf, das Votum zu erteilen, um in Gespräche mit Blieskastel und Gersheim einzutreten. „Wir vergeben uns nichts. Wir bestimmen, wohin die Reise geht“, versuchte der Ortsvorsteher von Erfweiler-Ehlingen Gegenargumente zu entkräften. Er verspricht sich von einem gemeinsamen Kämmerer mehr Fachkompetenz und eine höhere Eingruppierung.

Ganz andere Töne schlug die CDU an. „Für uns ist die Kämmerei das Herzstück der Kommunalverwaltung“, warf Carolin Reinhard ein. Fast den gleichen Wortlaut hatte auch die Aussage von Holger Schmitt, CDU-Fraktionschef im Blieskasteler Stadtrat. Es müsse jemand vor Ort sein, der den Haushalt aufstellt, so die Unions-Fraktionsvorsitzende von Mandelbachtal weiter. Andere, nachgeordnete Tätigkeiten, gemeinsam mit den Nachbarkommunen auszuüben, dagegen spräche aber nichts. Die Verwaltung habe einfach zu lange gewartet, resümierte Carolin Reinhard. Der Weggang des bisherigen Kämmerers Bernd Huf (zwischenzeitlich Bürgermeister von Spiesen-Elversberg) sei seit Ende Mai 2019 bekannt gewesen. „Wir reiben uns die Augen. Der Kämmerer muss hier im Rathaus bleiben“, forderte Reinhard. „Der Antrag ist begrüßenswert“, kommentierte Manfred Dier (FWG). Man könne sich die Stelle jedoch nur zu 50 Prozent mit Blieskastel teilen, da der Posten in Gersheim nicht vakant sei, so der Fraktionschef der Freien Wähler.