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Biber in Lautzkirchen bauen munter weiter ihre Staudämme

Diese Nager machen mal wieder Ärger : „Die Biber sind wie die Saarländer“

Die fleißigen Tiere haben in Lautzkirchen wieder Staudämme errichtet. Mit einem Experten kam jetzt wohl die Lösung des Problems.

Die Biber haben nicht etwa Fieber, wie es in einem Kinderlied etwas wehmütig heißt. Nein, in der Lautzkircher Au, genauer gesagt kurz vor der Einmündung des Würzbachs in die Blies, sind die kleinen Flussanwohner nicht etwa fiebrig, sondern putzmunter und sogar sehr fleißig. „Die Biber sind wie die Saarländer, manche bauen und bauen, obwohl der Damm eigentlich schon hoch genug wäre“, sagt Rasmus Denné vom „Saarländischen Biber-Management“ und lacht. Der Experte ist sozusagen ein Mann der ersten Biber-Stunde, er hat die „Einbiberung“ der für viele putzigen Tierchen im Saarland von Anfang an begleitet. Jetzt ist er auch weiterhin gefragter Fachmann, wenn es – wie in Lautzkirchen – Probleme gibt. „Natürlich gab es am Anfang erhebliche Widerstände, aber der Biber gehörte in früheren Zeiten immer in diese Landschaft und wir sind froh, dass wir ihn wieder hier ansiedeln konnten“, erläutert der Biber-Mann.

Doch wie sieht er den Interessenkonflikt Biber–Mensch in der Lautzkircher Au? „Natürlich gibt es die berechtigten Interessen der Anwohner, und die kann man auch nicht widerlegen. Wenn den Leuten hier das Wasser in den Keller steigt, dann muss man etwas unternehmen“, sieht Denné die Sache ganz realistisch.

Zusammen mit Daniel Dörr vom Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz, Ortsvorsteher Jürgen Trautmann, Bürgermeister Bernd Hertzler sowie Udo Folz vom städtischen Bauhof mit seinen Leuten soll nun eine Lösung gefunden werden. Udo Folz kann von der regen Bautätigkeit der Biber berichten: „Am Bunker hier hatten wir am Freitag einen Damm entfernt, am Montag war er wieder gebaut“, erzählt der Bauhof-Chef. „Ja, das Bauen der Dämme ist bei den Bibern genetisch angelegt“, weiß Rasmus Denné zu berichten. „Der Biber ist ein reiner Vegetarier, er ernährt sich nur von Pflanzen und Baumstämmen“, erläutert der Experte und schaut sich um: „Insofern hat er hier einen tollen Lebensraum. Er baut sich eine Biberburg, deren Eingang unter Wasser liegt. Und damit dies so ist, baut er einen Damm“.

Im Jahre 1994 hat man mit der Einbiberung begonnen, zunächst mit 64 Tieren. Es begann an Ill und Bist, später dann war die Blies an der Reihe. „Die Biber pflanzen sich fort, und die jungen Tiere suchen dann nach einem neuen Lebensraum. Insofern werden sie sich nach und nach an allen Gewässern niederlassen“, prognostiziert der Fachmann. Inzwischen ist die Biber-Population im Saarland auf fast 700 Tiere insgesamt angewachsen, Tendenz weiterhin steigend.

Eines weiß aber auch Rasmus Denné, und er sagt, das müsse immer wieder klar sein: „Es gibt bei den Bibern keine endgültige Lösung, sie sind unberechenbar“. Aber zumindest für die kommende Zeit verspricht er den Anwohner in der Au eine gute, nachhaltige Lösung. Mithilfe der Beschäftigten des Bauhofs werden Entwässerungsröhren, wie man sie vom Autobahnbau kennt, in die Biber-Dämme eingebaut. Aber das muss mit entsprechender Expertise geschehen. Denn merkt der Biber, dass Wasser im Sog zu schnell abfließt, wird er sofort versuchen, auch die Röhrenöffnung abzudichten. Also müssen um die Öffnung der Röhren in einem gewissen Abstand Metallstäbe angebracht werden, damit das Tier nicht an die Öffnung herankommt. Rasmus Denné will eine tragfähige Lösung für alle Beteiligten: „Es kann ja nicht sein, dass der Bauhof hier nun in jeder Woche ausrücken und einen Durchfluss gewährleisten muss, damit das Wasser nicht mehr in die Keller der Anwohner steigt“. Auch Bürgermeister Bernd Hertzler liegt die Sache am Herzen: „Ich hoffe, dass wir mit dieser Aktion nun eine gute Lösung gefunden haben“, erklärte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Auch Ortsvorsteher Jürgen Trautmann wünscht sich eine nachhaltige Lösung: „Es darf nicht sein, dass die Anwohner hier in ständiger Sorge leben müssen“, so der Kommunalpolitiker.