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Kreishauskonzert im historischen Ratssaal mit Nachwuchstalenten Jakob Kasakowski (Klavier) und Tobias Neubert (Querflöte)

Kreishauskonzert : Klavier und Querflöte in feiner Allianz

Nachwuchstalente Jakob Kasakowski und Tobias Neubert bekommen im Landratsamt die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten zu zeigen.

Anhaltender Beifall und das Verlangen nach einer Zugabe von den zirka 30 Besuchern des Kreishauskonzertes im historischen Ratssaal waren der verdiente Lohn für die Nachwuchstalente Jakob Kasakowski (Klavier) und Tobias Neubert (Querflöte), denen die Kultur- und Tourismuszentale des Landkreises ein Forum gegeben hat, um öffentlich aufzutreten. Sie präsentierten sich als wunderbare Botschafter für das Zusammenspiel von Klavier und Querflöte. Für ihren gemeinsamen Auftritt – sowohl solistisch als auch im Duett – verdienen sie beste Noten. Über die Gelegenheit zum öffentlichen Auftritt freuten sich die beiden Studenten besonders. „Wir wollen natürlich während unseres Studiums auch auf dem Podium Erfahrung sammeln, was allerdings wegen der Corona-Pandemie nicht gut möglich war. Deshalb freuen wir uns umso mehr, dass wir heute dieses Konzert gestalten dürfen“, sagte Kasakowski.

Der Mitarbeiterin der Kultur- und Tourismuszentrale, Inken Färber, stand die Freude über dieses Konzert ins Gesicht geschrieben. Sie strahlte, als sie „etwas ganz Besonderes“ mit den Worten „wir haben Nachwuchs im Haus“ ankündigte. Beide Künstler gewährten als Solisten einen Einblick in ihren exzellenten Leistungsstand. Kasakowski wagte mit der Toccata BWV 914 e-Moll von Johann Sebastian Bach den Einstieg. Neubert hatte sich hingegen drei von insgesamt acht Capricen für Flöte solo von Anton Stamitz ausgesucht. Nach der Solovorstellung von Kasakowski erlebten die Zuhörer ein harmonisches Zusammenspiel der beiden Solisten mit der Interpretation des Franz Schubert Werkes (Arpeggione Sonate D. 821 a-Moll).

Das kammermusikalische Werk, das auch als Arpeggione-Sonate bezeichnet wird, ist 1824 entstanden. An Stelle der Arpeggione (Streichinstrument vom Wiener Geigenbauer Johann Georg Stauffer) gab es ein Arrangement mit Querflöte und Klavier. Der Flötist Neubert überzeugte mit einem sauber intonierten, tragfähigen, klangfarbenreichen und dynamisch flexiblen Ton in allen Lagen. Sein Körper und die Querflöte bildeten eine harmonische Einheit, seine Atmung war geräuscharm und den musikalischen Bedürfnissen angepasst. Seine musikalische Sprache verfügte über eine klare und flexible Artikulation.

Kreishauskonzert: Jakob Kasakowski am Klavier. Foto: Boewen-Dörr

Tempo, Stimmungen, Klangfarben – das beherrschte der Pianist Kasakowski aus dem Effeff. Doch nicht nur musikalisch konnte er überzeugen. Sein persönliches Auftreten bei der Begrüßung gefiel den Konzertbesuchern, und überdies erklärte er unglaublich sympathisch zum Schluss, dass beide Musiker auf eine Zugabe gar nicht vorbereitet waren. Letzteres war das geringste Problem, weil das Duo auf das Repertoire des Konzertabends zurückgreifen konnte. Bei den ausgesuchten Werken fiel die eigenständige Interpretation des Pianisten der Stücke hinsichtlich des Körpergefühls auf sowie die perfekte technische Ausführung und musikalische Gestaltung. Er verstand es, den harmonischen Verlauf und das Spannungsverhältnis von Dissonanzen und Konsonanzen sowie den rhythmischen Ablauf mit leichten und schweren Taktzeiten und die vorgetragenen Werke in der von den Komponisten vorgegebenen und der Epoche und dem Stil angemessenen Artikulation und Dynamik umzusetzen. Anmutig, elegant, gefühlsbetont, einfach wunderbar, spielte der Nachwuchspianist die Nuancen der ausgewählten Stücke. Höchste Wertschätzung gilt beiden Nachwuchstalenten für ihr musikalisches Feuerwerk am Schluss des Konzertes mit der Interpretation der Sonate für Klavier und Flöte op. 85 von Friedrich Kuhlau. Beide meisterten einfühlsam ihren Part und begeisterten im harmonischen Miteinander.