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Schulstreit: Rat soll Abriss-Auftrag vergeben

Schulstreit : Rat soll Abriss-Auftrag vergeben

Perler Rat befasst sich heute mit der Schule in Besch – auf dem Gelände soll ein Feuerwehrgerätehaus gebaut werden.

Wird heute das Schicksal des ehemaligen Grundschulgebäudes in Besch endgültig besiegelt? Ein Blick in die Tagesordnung der Sondersitzung des Perler Gemeinderates, die am heutigen Donnerstag um 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses beginnt, lässt dies vermuten. Zwar findet sich im öffentlichen Teil der Tagesordnung nur die eher nüchterne Formulierung „Verwendung des Grundstücks der bisherigen Grundschuldépendance Besch“, und das auch nur in dem eher allgemeinen Teil „Anfragen, Informationen und Verschiedenes“.

Aufschlussreicher ist hingegen die Tagesordnung der nichtöffentlichen Sitzung, die sich unmittelbar an den öffentlichen Teil anschließt. Dort geht es unter dem Ober-Begriff „Auftragsvergaben“ auch um folgenden Punkt: „Rückbau des ehemaligen Schulgebäudes in Besch – Auftragsvergabe“. Mit anderen Worten: Der Rat soll wohl entscheiden, welcher Anbieter den Zuschlag für den Abriss des Schulgebäudes in dem Perler Ortsteil bekommen soll, das seit fast zwei Jahren Gegenstand kontroverser Polit-Debatten in der Obermosel-Gemeinde ist. Die Gemeinde macht damit ernst mit der Umsetzung eines Ratsbeschlusses, der vor gut einem Jahr gefasst wurde: Ende August, unmittelbar nach der kurzfristigen (und von vielen betroffenen Bescher Schüler-Eltern und Anwohnern) heftig krisitierten Schließung der Bescher Schule hatte der Gemeinderat sich mehrheitlich dafür ausgesprochen, dass auf dem bisherigen Schulareal in Besch der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses mit Dorfgemeinschaftsräumen errichtet werden soll. 15 Ratsmitglieder hatten seinerzeit dafür votiert, neun aus den Reihen der SPD waren dagegen. Allerdings war damals noch offen geblieben, ob für das neue Gerätehaus die alte Schule abgerissen werden muss oder das Gebäude eventuell an Ort und Stelle verbleiben kann.

Den Abriss der alten Schule endgültig besiegelt hatte der Rat dann im Mai dieses Jahres: Damals stimmte das Gremium dafür, dass das Gerätehaus und der angebaute Komplex fürs Dorfgemeinschaftshaus an der Stelle gebaut werden sollen, an der heute noch die Grundschule steht. Bei diesem Beschluss hatte es dann nur noch drei Enthaltungen gegeben. Nun werden Nägel mit Köpfen gemacht, nun wird der bereits beschlossene Abriss auch konkret vergeben.

Bis zuletzt wehren sich die Gegner der Schulschließung in Besch gegen dieses Ansinnen. Sie machten unter anderem in Schreiben an die Ratsfraktionen von SPD, FDP und den Vertreter der Grünen im Rat sowie an Landtagsabgeordnete der Linkspartei und der SPD darauf aufmerksam, dass noch immer eine im letzten Jahr beim Saar-Landtag eingereichte Petition der Bürgerinitaitive, die sich für den Erhalt der Schule stark macht, nicht abschließend entschieden worden sei. Zwar habe der zuständige Petitionsausschuss des Landtages diese Eingabe auch angenommen, aber Anfang September den Beschwerdeführern mitgeteilt, deren Prüfung habe sich „vor dem Hintergrund unterschiedlicher Einschätzungen der beteiligten Ministerien leider verzögert“ und dass der Ausschuss „die Beratung voraussichtlich erst nach Vorliegen des Prüfungsergebnisses wieder aufnehmen wird“. In dem Schreiben des Bescher Ortsratsmitgliedes Günter Munhofen heißt es: „Es kann nicht angehen, dass die Gemeinde Perl die Abrissarbeiten für das Schulgebäude vergibt und dadurch im Grundgesetz und in der Landesverfassung verbriefte Bürgerrechte missachtet.“ Zuerst müsse das Petitionsverfahren abgeschlossen werden. Ob der Rat dies ebenfalls so sieht, wird sich bei der Sitzung heute Abend zeigen.