Orientierungstage GaS: Nette Komplimente für die Mitschüler

Orientierungstage GaS : Nette Komplimente für die Mitschüler

Das Stärken der Gemeinschaft stand im Vordergrund eines Kennenlerntages im Gymnasium am Stefansberg in Merzig.

Vor einigen Wochen standen 149 neue Fünftklässler an ihrem ersten Schultag gespannt vor dem Merziger Gymnasium am Stefansberg. Nach Angaben von Schulleiter Albert Ehl hatte das GaS damit gemeinsam mit dem Hombuger Johanneum die meisten Neuanmeldungen aller Gymnasien im Saarland. Voller Vorfreude und mit großen Erwartungen gingen die neuen Schüler zum ersten Mal in ihren Klassensaal, meist aber auch mit ein bisschen Lampenfieber. Vor den neuen Fächern, den neuen Lehrern und den neuen Mitschüler.

Mittlerweile, mehrere Wochen nach dem Start an der neuen Schule, haben sich diese Sorgen, wie Ehl berichtet, längst erledigt. Dazu beigetragen haben auch die sogenannten Orientierungstage, die das GaS kurz nach Schuljahresbeginn für die neu zusammengesetzten Klassen durchführt. Dann steht an einem Vormittag statt Unterricht Teambuilding auf dem Stundenplan. „Es geht darum, die Klassengemeinschaft zu stärken und jede einzelne Persönlichkeit in all ihren Facetten besser kennenzulernen.“, erzählt Ann-Katrin Engels, die Klassenlehrerin der 5c. Geleitet wurde der Orientierungstag in ihrer Klasse von Sozialpädagoge Peter Draschan.

„Er hat sich jede Menge Spiele ausgedacht“, berichtet Engels, „Wir haben verschiedene Kooperations- und Vertrauensübung gemacht, um die Teamfähigkeit zu verbessern.“ Mit dem Ergebnis ist nicht nur die Lehrerin zufrieden, sondern auch ihre Schüler: „Bei einem Spiel mussten wir vor der ganzen Klasse etwas vormachen, das hat mir am meisten Spaß gemacht und ich habe gelernt, dass ich mich vor den anderen ruhig etwas trauen kann.“, freute sich Emilia Jacobs über ihr gewachsenes Selbstbewusstsein. Neben Ballspielen, bei denen die Schüler verschiedene Aufgaben erledigen sollten, waren auch ruhigere Varianten hoch im Kurs: „Am schönsten war, als wir unsere Hände abgezeichnet haben und in jeden Finger Komplimente für die anderen geschrieben haben“, berichtet Mia Wallerich.

Mitschülerin Leticia Meyer-Henschel de Nunez-Leguizamon hatte dagegen einen anderen Favoriten: „Mir hat am besten die Reise nach Jerusalem gefallen.“ Hier ging es allerdings nicht wie üblich darum, dass jeder Mitspieler beim Stoppen der Musik schnell einen Stuhl ergattert, da ein Stuhl zu wenig aufgestellt ist und der Langsamste ausscheidet. Stattdessen sollten die Schüler versuchen, sich so übereinander zu setzten, dass alle auf möglichst wenige Stühle passen, ohne den Boden zu berühren. „Am Ende saßen 15 Schüler auf drei Stühlen, das war schon ein beeindruckendes Bild und nur möglich, weil sich alle geholfen und gegenseitig unterstützt haben“, zeigte sich die Klassenlehrerin beeindruckt. Und Fünftklässlerin Sarah Drexler konnte am Ende erleichtert feststellen: „Manche Kinder sind gar nicht so schlimm, wie ich mir das gedacht habe.“ Im Gegenteil: „Ich fand den Tag total gut, weil ich dort neue Freunde gefunden habe“, freute sich Simeon Holzer.

Aber nicht nur in Klasse 5 gilt es, neue Freunde zu finden. Da die Schüler am Gymnasium am Stefansberg vor Beginn der Klasse 8 zwischen Spanisch, Latein und Bio Plus wählen können, werden sie entsprechend ihrer Wahl in neue Klassen eingeteilt. „Die Schüler sind aus vier unterschiedlichen Klassen zusammengekommen und haben teilweise noch nicht einmal ihre Namen gekannt. Daher waren auch hier Orientierungstage wichtig.“, berichtet Lehrerin Sabrina Math, die in diesem Schuljahr die Klassenleitung in der 8b übernommen hat. Die Achtklässler durften sich sogar über einen zweitätigen Ausflug nach Weiskirchen mit Übernachtung in der dortigen Jugendherberge freuen. Am ersten Tag war das Erlebnispädagogische Zentrum (EPZ) in Weiskirchen vor Ort. „Wir haben verschiedene Spiele auf dem Sportplatz und im Wald gespielt, zum Beispiel mussten wir uns gegenseitig über Seile tragen, was keine leichte Aufgabe war.“, erinnert sich Achtklässlerin Roxana Dziuba. Und Klassenkamerad Elias Stein fügt hinzu: „Bei einem anderen Spiel mussten wir eine Ente aus einem Giftsee, der durch einen Kreis auf dem Boden dargestellt war, retten. Wir hatten ein Seil, einen Gurt und einen Helm zur Verfügung und mussten uns gemeinsam eine Strategie überlegen. Dass man die verschiedenen Aufgaben nur im Team bewältigen konnte, war wichtig für die Klassengemeinschaft.“ Auch Yannik Junges hält den Ausflug für eine durchaus sinnvolle Abwechslung vom Unterricht: „In der Schule haben wir einfach nicht genug Zeit, uns wirklich richtig kennenzulernen.“ „Und außerdem haben wir gelernt, uns gegenseitig zu helfen und auch uns zuzuhören“, pflichtet Roxana Dziuba ihm bei.

An ihrem zweiten Tag in Weiskirchen bekamen die Schüler Besuch aus ihrer Merziger Schule. Die Lehrer Andrea Arena, Nadine Schmidt und Markus Braun waren gekommen, um mit ihnen den Vormittag zu verbringen. Sie gehören am GaS zum schulinternen Mobbing-Interventionsteam und nutzten vor Ort die Möglichkeit, mit den Schülern in Kontakt zu kommen. „Wir sehen es als unsere Aufgabe, die soziale Kompetenz der Schüler zu stärken und Streitigkeiten präventiv entgegenzuwirken“, berichtet Nadine Schmidt, „bei den Orientierungstagen haben wir versucht, durch verschiedene Teambuilding-Maßnahmen und interessante Spiel den Zusammenhalt zu stärken und so Mobbing gar nicht erst aufkommen zu lassen.“

Beim Kennenlerntag der Klasse 8 war Teamarbeit angesagt. Foto: Schule
Kennenlerntag Klasse 8. Foto: Schule

Nach Angaben der Schule haben insgesamt neun Klassen und damit rund 250 Schüler an den Orientierungstagen teilgenommen. Der Grundstein für eine funktionierende Klassengemeinschaft ist damit gelegt und die Schüler dürfen sich auf ein spannendes erstes gemeinsames Jahr freuen, meint Schulleiter Ehl.