Achterbahnfahrt der Gefühle

Punkt gewonnen oder Punkt verloren? Diese Frage stellten sich die Handballer des HSV Merzig-Hilbringen am Samstag nach dem Oberliga-Duell gegen Bitburg. Ein Gegentor in letzter Sekunde kostete den ersten Sieg.

Ungläubig und geschockt starrten die Fans des Handball-Oberligisten HSV Merzig-Hilbringen am Samstagabend auf die Anzeigetafel. Quasi in letzter Sekunde hatte ihre Mannschaft im Heimspiel gegen den TV Bitburg den Ausgleich zum 26:26 kassiert und so den ersten Saisonsieg um einen Wimpernschlag verpasst.

Ein halbe Minute zuvor hatten die Wölfe-Anhänger noch laut gejubelt. Als Laszlo Kincses zur 26:25-Führung traf, stand die Thielspark-Halle Kopf. Nach einem Bodenpass von Lukas Fischer hatte sich der Ungar auf Rechtsaußen den Ball geschnappt, war aus spitzem Winkel in den Kreis gesprungen und hatte sofort abgezogen. "Ich habe nicht lange überlegt. Ich wollte das Ding irgendwie ins Netz werfen und hatte Glück", kommentierte der Ungar den Abschluss im letzten HSV-Angriff.

Sechs ähnliche Tore hatte der Linkshänder davor schon aus dem Feld erzielt, zwei Strafwürfe verwandelt und Marcus Simowski begeistert: "Lotzi ist heute vorangegangen. Er hat die Mannschaft mitgerissen und Verantwortung übernommen. Der Einsatz hat mir sehr gefallen", lobte der HSV-Trainer seinen besten Schützen. Mit der Leistung seiner Abwehr war er dagegen diesmal nur in der ersten Halbzeit zufrieden. Die Wölfe attackierten ihre Gegenspieler anfangs früh, boten ihnen kaum Lücken an. Im Angriff legten die Gastgeber fast immer Tore vor (8:4, 13:10, 15:12) und hielten das Heft in der Hand.

Nach der Pause (16:14) änderte sich das Bild zunächst nicht wesentlich. Merzig baute die Führung sogar auf 18:15 (33.) aus, doch dann schwanden die Kräfte. "Unsere Defensive hatte nun Mühe, den wurfstarken und körperlich präsenten Gäste-Rückraum in den Griff zu bekommen", kritisierte Simowski. Angetrieben vom zehnfachen Torschützen Florian Enders holte Bitburg schnell auf und glich zum 18:18 (42.) aus. Wenig später lag der HSV sogar mit 19:20 hinten, kämpfte sich aber wieder zurück und traf vier Minuten vor Schluss zur 25:24-Führung. Nach dem erneuten Ausgleichstreffer ließ Kincses die Fans mit seinem Traum-Tor kurz vom ersten Sieg träumen. "Ich dachte, das war es jetzt. Es hat aber leider nicht gereicht", stellte der HSV-Rechtsaußen später enttäuscht fest. Nach den drei Auftaktniederlagen hätte seine Mannschaft diesmal beide Punkte verdient gehabt. Immerhin verbesserte sich der HSV aber vom letzten auf den vorletzten Platz. "Wir müssen jetzt einfach weiter hart trainieren und kämpfen, dann schaffen wir das. Ich glaube an die Mannschaft", unterstrich Kincses.

Die Tore für den HSV Merzig-Hilbringen : Laszlo Kincses 9/2, David Pfiffer 5, Norbert Petö 4, Lukas Fischer 2, Sebastian Klein 2, Christian Jung 1, Maurice Duchene 1, Marcel Rudolph 1, Rouven Louis 1.