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Es tut sich was im Saarbrücker Zoo

Es tut sich was im Saarbrücker Zoo

Saarbrücken. Nein, dieses Dreigespann macht ganz und gar nicht den Eindruck, als ob es ein Unternehmen betreut, das sich in Abwicklung befindet. Der städtische Beigeordnete Erik Schrader, Zoodirektor Richard Francke und sein kaufmännischer Direktor Wilhelm Brixius legen mit Überzeugung und überzeugend dar, dass sie gute Entwicklungsmöglichkeiten für den Saarbrücker Zoo sehen

Saarbrücken. Nein, dieses Dreigespann macht ganz und gar nicht den Eindruck, als ob es ein Unternehmen betreut, das sich in Abwicklung befindet. Der städtische Beigeordnete Erik Schrader, Zoodirektor Richard Francke und sein kaufmännischer Direktor Wilhelm Brixius legen mit Überzeugung und überzeugend dar, dass sie gute Entwicklungsmöglichkeiten für den Saarbrücker Zoo sehen. Im Gespräch mit der SZ erläuterten die drei jetzt, was aktuell geplant ist und was auf der Wunschliste für die nächsten Jahre steht. Dezernent Schrader sagt: "Wir versuchen mit unseren Mitteln, den Zoo attraktiv zu machen." Nicht zuletzt, um künftig möglicherweise pro Jahr noch mehr als 200000 Besucher aus nah und fern anzulocken.

Angesichts der finanziellen Situation der Stadt gehen die Verantwortlichen Schritt für Schritt vor. Im Vergleich zu anderen wissenschaftlich geführten Zoos in Deutschland muss der Saarbrücker Zoo nämlich mit einem vergleichsweise geringen Budget auskommen. Gut drei Millionen Euro stehen im Jahr für die Einrichtung zur Verfügung. Umfassende, langfristig angelegte Investitionsprogramme, wie sie in anderen deutschen Zoos derzeit laufen, sind in Saarbrücken nicht vorstellbar. So werden in Leipzig aktuell 60 Millionen Euro in den weiteren Ausbau des Zoos gesteckt, die gleiche Summe wird beispielsweise in Gelsenkirchen investiert. Hier in Saarbrücken sind die rund 40 Beschäftigten bereits froh, dass der Zoo eine Bestandsgarantie erhalten hat und dass es in kleinen Etappen vorwärts geht.

Wenn die Ratsgremien grünes Licht geben, kann in der Anlage am Eschberg erstmals seit gut zehn Jahren (damals entstand das Jaguargehege) ein größeres Projekt verwirklicht werden. Im Winter soll mit der Komplett-Erneuerung der in die Jahre gekommene Seehundanlage begonnen werden. Dafür sind gut eine Million Euro veranschlagt. Parallel dazu wird das Afrikahaus weiter saniert. Außerdem entsteht ein neuer naturnaher Spielplatzbereich, der auch kleineren Kindern bessere Entfaltungsmöglichkeiten bieten soll. Eine 42 Meter lange Hängebrücke soll bald die Schlucht zwischen dem Außengelände am Afrikahaus und den äußerst westlich, derzeit etwas abgelegenen Gehegen überspannen. Nach Abschluss dieser Maßnahme (Baukosten: rund 80000 Euro) besteht endlich die Möglichkeit, einen echten Rundweg auszuschildern. In eine Modernisierungsphase geht der Zoo auch in anderen Bereichen, beispielsweise beim konsequenten Einsparen oder Rückgewinnen teurer Energie oder Rohstoffe wie Wasser.

Durch die Aufgabe von Flächen im Nordbereich - dort sollen bekanntlich Wohnungen gebaut werden - sehen die Verantwortlichen insgesamt sogar deutlich bessere Entwicklungsperspektiven. Wenn das Gelände verkauft sei, könne man mit den Erlösen, vermutlich im unteren einstelligen Millionenbereich, sogar mal wieder an echte Neubau-Maßnahmen denken, erklären Schrader, Francke und Brixius übereinstimmend.

Der Direktor möchte gern ein Gehege für sibirische Tiger schaffen, und er kann sich auch eine neue Anlage für Steppentiere vorstellen. Im heutigen Futterhaus in direkter Nachbarschaft des künftigen Spielplatzes können sich die Macher ein schickes Bistro vorstellen. Als Sitz der Verwaltung schwebt ihnen mittelfristig das Gebäude am Haupteingang vor.

An Plänen und Ideen mangelt es also nicht. Ein schmucker Großstadt-Zoo auf relativ verdichteter Fläche, der freundlich und licht gestaltet ist, in dem es viele Rast- und Ruhemöglichkeiten gibt und "wo an jeder Ecke eine neue Attraktion wartet" (Schrader), das soll den Besuchern in absehbarer Zeit geboten werden. Wenn es denn so kommt, dürfte das für alle eine Bereicherung sein.

Hinweis: Der zoologische Garten ist derzeit täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet (Kassenschließung um 16 Uhr). Weitere Informationen zu der Saarbücker Einrichtung am Eschberg sind unter Telefon (0681) 980440 erhältlich.

Am Rande

Gorilla Bullermann, einst ein Liebling der Besucher des Saarbrücker Zoos, lebt ziemlich komfortabel, wenn nicht gar "luxuriös" (Richard Francke) in einem hochmodernen chinesischen Tiergarten. In Schanghai haben Bullermann, der dort Bouleman heißt, und auch die Gorilladame Quenta ein neues Zuhause gefunden. Den Zoo besuchen pro Jahr etwa sechs Millionen Besucher. in