Pinguine sind neue Stars im Zoo

1,7 Millionen Euro investiert die Stadt in diesem Jahr in den Zoo. Das Geld fließt unter anderem in die Anlagen der Pinguine, Gorillas und Lemuren. Auch der Verein der Zoofreunde hilft mit, dass sich die Pinguine wohlfühlen, die im Rahmen eines Erhaltungszuchtprogramms in Saarbrücken eine neue Heimat gefunden haben.

Der Zoo am Eschberg wird 2014 attraktiver. Die Pinguin-Anlage ist fertig, die Tiere sind seit Freitag alle da, sagt Zoodirektor Richard Francke. Die 18 Humboldt-Pinguine zogen von den Tiergärten in Schwerin, Halle und Landau nach Saarbrücken um. Sie kosten den Zoo nichts, denn sie kamen im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms in die Landeshauptstadt, erklärt Francke. Mehrere europäische Zoos hätten sich im Rahmen dieses Programms zusammengeschlossen. So habe der Saarbrücker Zoo zugreifen können, nachdem andere Tiergärten die Pinguine angeboten hätten. Natürlich müsse die artgerechte Tierhaltung bei jedem Austausch gewährleistet sein, betont Francke.

Seehundbecken umgebaut

Für die Pinguine habe der Zoo das frühere Seehundbecken für 214 000 Euro umgebaut. Dieses Geld komme von der Landesregierung, erklärt Francke. Weitere 30 000 Euro schieße der Verein der Zoofreunde zu. Auch die Gorilla-und Lemurenanlagen würden in diesem Jahr fertig. 1,7 Millionen Euro kann die Werkleitung in den Zoo investieren. So steht es im Wirtschaftsplan 2014. In diesem und nächsten Jahr sind auch insgesamt 850 000 Euro vorgesehen, um den Zooeingang schicker zu machen. Die Kassenhäuschen sollen moderner werden, außerdem ziehe die Verwaltung in das Gebäude, in dem heute das Restaurant untergebracht ist, erläutert Francke. Auch neue Toiletten seien geplant. Wird es ein neues Restaurant geben? Richard Francke sagt dazu nur, eine neue Gastronomie sei "angedacht".

Der kaufmännische Zoodirektor Wilhelm Brixius ist überzeugt, dass der Zoo trotz Sparvorgaben der Verwaltung in den vergangenen Jahren deutlich attraktiver geworden sei. Hier nennt er die Seehund-, Geparden- und Erdmännchenanlagen. Die Zahl der zahlenden Besucher sei im vergangenen Jahr auf 211 000 gestiegen, freut sich Brixius. Damit der Zoo überhaupt investieren kann, seien die Rücklagen - darunter eine Erbschaft und die Einnahmen aus Grundstücksverkäufen - unverzichtbar. Denn die Verwaltung habe den Zuschuss der Stadt auf jährlich 2,23 Millionen Euro eingefroren. Das seien 100 000 Euro weniger als vor drei Jahren.

Der kaufmännische Direktor macht deutlich, dass die Sparmaßnahmen ein Kraftakt sind: "Wir haben überall steigende Preise - beim Personal, bei der Energie, beim Futter." Derzeit arbeiteten 42 Mitarbeiter auf 23 Vollzeitstellen im Zoo. Brixius' Devise für die Zukunft: Den Zoo weiter attraktiv halten, unter anderem mit den süßen Humboldt-Pinguinen.