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Lambsborn will neues Bauland erschließen

Jahresvorschau Lambsborn : Neue Ortsmitte, neue Bauplätze

Lambsborn hat sich für dieses Jahr zwei große Projekte vorgenommen.

Zwei große Herausforderungen stehen Lambsborns Ortsbürgermeister Rudi Molter und den Mitgliedern des Ortsgemeinderates ins Haus. Noch in der ersten Jahreshälfte soll der Bebauungsplan „Am Kirchberg“ nunmehr endgültig rechtskräftig werden. Daneben laufen Gespräche zum Ausbau der Kreisstraße 74 auf Hochtouren. Dieser Straßenzug soll auf die Gesamtlänge der Ortsdurchfahrt, das sind rund 2000 Meter, von Grund auf erneuert werden. Im Jahr 2022/20923 soll gebaut werden. Arbeiten im Untergrund für Wasser und Kanal stehen dabei zunächst an.

Den Weg zu einem neuen Baugebiet nach Jahrzehnten bezeichnet Rudi Molter, der nunmehr seine dritte Amtszeit als ehrenamtlicher Ortsbürgermeister startete, selbst als steinig. „Allein dieses Baugebiet mit einmal ursprünglich geplanten 16 Baugrundstücken hält den Ortsgemeinderat und mich schon zehn Jahre auf Trab. Noch im letzten Jahr sollte die Bauplanung rechtskräftig werden, doch dann kamen wie aus heiterem Himmel die Bedenken der Forstverwaltung. Wir mussten umplanen, verloren dadurch einen Geländebereich, auf dem wir vier Baugrundstücke hatten ausweisen wollen. Doch das nutzte uns einfach nichts. Um überhaupt noch das Ziel möglichst schnell zu erreichen, bissen wir in den sauren Apfel und setzten die Bedenken der Forstverwaltung in der Planung um. So stehen uns jetzt nur noch zwölf Baugrundstücke zur Verfügung, auf die wir natürlich dringend angewiesen sind. Die Entwicklung des letzten großen Baugebietes liegt mehr als 30 jahre zurück, in der Amtszeit unseren Altbürgermeisters Fritz Hellriegel wurden die letzten Baugrundstück in herrlicher Südlage verkauft“, skizziert Rudi Molter rückblickend.

Ist der Plan jetzt erst einmal rechtskräftig, soll mit den Erschließungsarbeiten umgehend begonnen werden. Einen Erschließungsträger habe die Ortsgemeinde bereits an der Hand. Molter will sich aber mit der Namensnennung noch bedeckt halten. Erst die Rechtskraft für den Bebauungsplan, dann alles Weitere, so seine Devise. Entsprechend heutiger Bauweise sind die Grundstücke am Kirchberg, gleichfalls nach Süden ausgerichtete Hanglage, 400 bis 600 Quadratmeter groß. 

Zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen gedenkt Ortsbürgermeister Molter beim Ausbau der Kreisstraße 74 innerhalb der Ortslage. Das Planungsverfahren dafür laufe auf Hochtouren. Schon jetzt informiert Rudi Molter die Anlieger, mit eventuellen Arbeiten an Höfen oder Stützmauern bis zum Großprojekt zu warten. Die Arbeiten könnten dann nämlich viel besser aufeinander abgestimmt und sicher auch kostengünstiger ausgeführt werden. Molter: „Wir haben dann ja eine große Baufirma im Ort, die keine Anfahrtswege hat.“

Die Gemeinde selbst will davon auch partizipieren. Mit einem klugen Schachzug nämlich gelang es Ortsbürgermeister Rudi Molter, einen ehemaligen landwirtschaftlichen Betrieb aufzukaufen. Direkt in der Ortsmitte, just gegenüber dem ehemaligen Verwaltungsgebäude. Auf diesem Gelände soll jetzt ein Dorfplatz mit passender Unterstellmöglichkeit für Busreisende geschaffen werden. Ortsbürgermeister Molter: „Im Augenblick läuft ja das bundesweite Ausbauprogramm. Für unsere Ortsmitte planen wir, dass der Bus dort regelrecht abbiegt, Schüler und andere Fahrgäste ein- und aussteigen und der Platz zudem gestalterisch die gesamte Ortsmitte aufwertet. Aus finanzieller Sicht lässt sich das realisieren, weil wir auf Förderprogramm aus der Dorferneuerung zusätzlich zugreifen können. Zum Ausbau der Bushaltepunkte gibt es ja ein gesondertes Förderprogramm“, erklärt Molter.

Zusammen mit dem Straßenausbau gebe das schon eine „große Nummer“, die Lambsborn mit seiner finanziellen Gemeindestruktur auch nur deshalb zu leisten vermag, weil die Förderung bei 80 Prozent liegt. Molter setzt dabei voll und ganz auf eine übergreifende Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) aus Kaiserslautern. „Sowas zahlt sich aus. Das haben wir jetzt beim Bau des Feuerwehrgerätehauses in Friedhofsnähe feststellen können. Zusammen mit der Verbandsgemeinde gaben wir dem Friedhof ein neues Bild. Wir legten zehn Parkplätze an, erneuerten die Zufahrt und haben in der Zusammenarbeit Geld gespart“, sagt Molter und kommt damit auf die Eigenleistungsanteile im Ort zu sprechen. „Wo es machbar ist, setzt wir uns mit Bürgern ein. Sanierungsarbeiten im Dorfgemeinschaftshaus etwa, wo wir den kleinen Sitzungssaal und die Toiletten wieder auf Vordermann brachten.“