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Reifenberg will Bauland schaffen und muss den Kindergarten erweitern

Jahresvorschau Reifenberg : Straße, Baugebiet, Kindergarten

Besonders drei kommunale Projekte werden dieses Jahr in Reifenberg Politik und Bürger beschäftigen.

Die totale Straßenerneuerung innerhalb der Ortsdurchfahrt (K 76) des Ortes bleibt weiterhin ein Reifenberger Großprojekt  im Jahr 2021. Corona wird daran nichts ändern. Die noch im letzten Jahr gehegten Hoffnungen, mit einem milden Winter arbeitstechnisch besser über die Runden zu kommen, erfüllten sich nicht. Im Gegenteil. Ortsbürgermeister Pirmin Zimmer berichtet nach Gesprächen mit Vertretern des Landesbetriebs Mobilität (LBM) aus Kaiserslautern, dass im März erst wieder mit den Ausbauarbeiten begonnen wird und dann an der Kreisstraße außerhalb des Ortes. 

„Der Straßenausbau bei der K 76  soll zunächst außerhalb des Ortes fortgesetzt werden. Wegen der Wintertage und Pandemie ist ohnehin davon auszugehen, dass erst wie schon erwähnt im März die Arbeiten überhaupt aufgenommen werden. Ursprünglich ging man nach den Erfahrungen der letzten Jahre davon aus, dass vielleicht durchgearbeitet werden kann und wir im Jahr 2021 den Straßenausbau ingesamt abhaken können. Das wird nicht sein“, berichtet Ortsbürgermeister Zimmer.

Sollten Witterung und Pandemie es zulassen, dann will der Straßenbauer Wust aus dem Hunsrück vielleicht mit einem weiteren Bautrupp auch innerhalb der Dorflage an der K 76 werkeln. Dabei gelte es, die Umleitungsstrecke für den ÖPNV-Verkehr zu optimieren. Was den allgemeinen Durchgangsverkehr angehe, so Pirmin Zimmer, bleibe die Vollsperrung weiterhin bestehen.

Was die nicht so zügige Abwicklung des Ausbauprogramms angehe, habe das allerdings auch Vorteile für die Grundstückseigentümer im Dorf. Und zwar wegen der wiederkehrenden Beiträge. Zimmer: „Wir erheben seit 2019 einen Beitragssatz von 35 Cent pro Quadratmeter. Weil nicht alles verbaut ist, können wir mit einem gleich hohen Belastungssatz auch in diesem Jahr rechnen. Die Beitragsbescheide werden noch im ersten Quartal des Jahres zugestellt.“  

Großprojekt Nummer zwei ist das Neubaugebiet. Trotz Detail-Schwierigkeiten sieht der Ortsbürgermeister eine Riesenchance, den Ort weiter nach vorn zu entwickeln, mit dem Angebot „Bauland“ junge Familien am Ort zu halten und vielleicht sogar solche aus der Region für Reifenberg gewinnen zu können. „Bis auf einen Grundstückseigentümer konnten wir alle Wogen glätten und in der Vergangenheit bereits Lösungswege finden. Bei dem noch anhängigen Fall gibt es drei Lösungsmodelle. Welche sich davon rechtlich umsetzen lassen, prüft im Augenblick die Verwaltung der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben. Auf jeden Fall wollen wir haben, dass das Rohbauland zu keinem Spekulationsball der  Preisentwicklung wird!“

Fünf Erschließungsträger hat Pirmin Zimmer an der Hand, die entsprechend den technischen Vorgaben die Erschließung vornehmen wollen. Straßenausbau, Beleuchtung, Wasserversorgung, Entwässerung und auch die Anlagen für die Rückhaltung des Oberflächenwassers aus dem Gebiet. 19 Bauwillige sind weiterhin bei der Stange. Die wollen noch dieses Jahr loslegen, wenn es umsetzbar ist, zumindest die Bagger für die Erschließung rollen sehen.

Die Erweiterung des Kindergartens, bei dem die katholischen Kirchengemeinde Reifenberg Personal und Leitung stellt, die Ortsgemeinde aber für das Bauliche in der Verantwortung steht, ist das dritte Großprojekt für das noch junge Jahr 2021. Das kommende Kita-Zukunftsgesetz zwinge die Ortsgemeinde zum Handeln, so Pirmin Zimmer. Gespräche mit der Kreisverwaltung und dem Landesjugendamt seien geführt. Schon jetzt müsse geprüft werden, wie nach der Kinderzahl von 46 Kleinen, die einen Anspruch auf einen Kita-Platz haben, mit dem Personal verfahren wird. Zimmer: „Da ist einerseits der Anspruch der Eltern und Erziehungsberechtigten und andererseits der Personalschlüssel. Damit eine mögliche Erweiterung richtig und kostengünstig umzusetzen ist, gibt es eine Machbarkeitsstudie, die für die Mitglieder des Ortsgemeinderates ein Leitfaden ist“. Im Haushalt 2021 würden auch Mittel eingestellt. Doch jetzt schon konkrete Zahlen zu nennen, sei unmöglich, sagt der Ortsbürgermeister. Das könnte erst geschehen, wenn die Ratsmitglieder über den Haushalt entschieden haben und das soll noch dieses Frühjahr passieren. Positiv auch in Coronazeiten bewertet der Ortsbürgermeister die Arbeit der Kindergartenleitung und des Teams.  „Die ziehen alle voll mit. Notbetreuung ja, ein Drittel der Kinder ist meist im Haus, das klappt reibungslos!“