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Zweibrücken: Protest gegen Kirchberg-Pläne wächst - Bereits 600 Unterschriften gesammelt

Bereits 600 Unterschriften gegen Baugebiet - Klage angekündigt : Protest gegen Kirchberg-Pläne wächst

Eine Bürger-Initiative, bestehend aus Anwohnern, hat bereits 600 Unterschriften gesammelt und droht zudem mit Klage.

In Zweibrücken formiert sich  zunehmend Widerstand gegen das geplante Baugebiet am Kirchberg. Anwohner aus der Taubenstraße, deren Häuser sich in unmittelbarer Nähe befinden, sind strikt dagegen, dass dort gebaut wird und haben sich zu einer Bürger-Initiative (BI) zusammengeschlossen.

Das vorgesehene Gelände (derzeit landwirtschaftlich genutzt) und sein Umfeld seien bei vielen Bürgern aus Ixheim ein beliebtes Ziel, um in die Natur eintauchen zu können. Bei schönem Wetter seien etliche Spaziergänger auf dem Kirchberg zu beobachten. „Wir wollen, dass das ein Naherholungsgebiet bleibt“, machen die Anwohner deutlich, dass nicht nur sie einen Nachteil hätten, wenn am Kirchberg gebaut wird.

Es sollen bis zu 50 Bauplätze entstehen, pro Bauplatz veranschlagt die BI zwei Autos. Künftig sei in diesem Gebiet also täglich mit hunderten zusätzlichen Autobewegungen (Fahrten zum Arbeitsplatz, zum Supermarkt etc. und zurück plus Lieferverkehr den Kirchberg hoch und runter) zu rechnen. Die Umwelt und die Straßen würden weiter belastet.

Daher sammelt die BI Unterschriften. Und diese Aktion laufe besser als gedacht. „Wir haben bereits jetzt schon gut 600 Unterschriften zusammen. Und das, obwohl wir erst Anfang Oktober damit angefangen haben. Wir kommen sicher auf über 1000 Unterschriften. Wir sammeln mindestens noch dieses Jahr weiter.“ Zuerst habe man in der Taubenstraße und in umliegenden Straßen gesammelt, aber mittlerweile kämen auch Bürger aus ganz Zweibrücken auf die BI zu. Vielen gehe es um grundsätzliche Fragen: Warum soll mit aller Macht auf dem Kirchberg gebaut werden, wenn es in Zweibrücken doch so viele andere Möglichkeiten dafür gibt? Warum spiele auf einmal das Thema Frischluftzufuhr auf dem Kirchberg (wir berichteten mehrfach) keine wesentliche Rolle mehr? Warum seien im Stadtrat kritische Fragen von Grünen, FDP und AfD überhaupt nicht beantwortet oder beiseite gewischt worden? Warum habe der Nabu plötzlich keine Bedenken mehr gezeigt?

All diese Fragen stießen den Anwohnern auf – und noch etlichen weiteren Bürgern in ganz Zweibrücken, betont die BI.  Die Anwohner, die vorerst anonym bleiben möchten, klagen: „Wir wissen überhaupt nicht mehr, wen wir bei den nächsten Stadtrats-Wahlen wählen sollten!“ Dafür seien im Stadtrat zu viele Fragen einfach vom Tisch gewischt worden. Das sei alles eine große Enttäuschung.

„Erst redet jeder von Klimaschutz. Und die Schüler gehen deswegen freitags auf die Straße. Aber plötzlich ist das alles nicht mehr so wichtig und man kann die Natur plattmachen“, klagt ein Anwohner.

Doch ist die Enttäuschung mittlerweile in eine kämpferische Stimmung umgeschlagen. „Wir sammeln nicht nur Unterschriften. Wir haben auch einen Rechtsanwalt eingeschaltet“, heißt es. Dieser werde die Unterlagen einfordern, man wolle das Gutachten sehen, das plötzlich erklärte, dass in Sachen Kaltluftzufuhr alles nicht so heiß gegessen werde auf dem Kirchberg.

„Unser Anwalt wird definitiv Einspruch erheben“, betonen die BI-Vertreter. Nicht genug: Es gebe zwei Eigentümer von Grundstücken auf dem Kirchberg, die erklärt hätten, unter keinen Umständen verkaufen zu wollen. Es handele sich um ein Grundstück im Bereich der künftigen Zufahrt für das Kirchberg-Areal sowie ein rund 4000 Quadratmeter großes Grundstück im Randbereich. Diese Eigentümer würden nicht verkaufen. Punkt.

Man werde nicht klein beigeben, bis das Projekt gestoppt sei, warnen die Anwohner. Und rufen alle Naturschützer auf: „Schließt Euch uns an!“