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Mitte März dürfen ausgelagerte Kinder wieder in die Kita Stambach

Kita Stambach : Schimmel-Exil endet im März

Der Elternbeirat bedauert, dass sich die Diskussion vor Weihnachten ohne Not „hochgeschaukelt“ hatte.

Schimmel an den Wänden des Gruppenraumes der Kleinsten aus der Stambacher Kindertagesstätte, den Wichteln, sorgte um die Weihnachtszeit gänzlich ungewollt für Schlagzeilen. Allerdings, die Gemeinde als Einrichtungsträgerin und der Vorsitzende der Elternvertretung brechen eine Lanze für geradezu hingebungsvolle Arbeit des Erzieherinnenteams mit der nunmehr neuen Leiterin Sandra Schultz an der Spitze. Sie setzt die Arbeit der Vorgängerin Luise Moch (jetzt im Ruhestand) nahtlos fort. Dem Schimmel wurde zudem der Garaus gemacht. Derzeit laufen die Restarbeiten zur Schadensbeseitigung.

Bis spätestens Mitte März sollen die Kleinen aus der Wichtel-Gruppe wieder vom derzeit als Gruppenraum zweckentfremdeten Turnsaal in die gewohnte Umgebung zurückkehren können. Dessen ist sich die Contwiger Erste Ortsbeigeordnete Margit Ernst ganz sicher. für den vorzeitig zurückgetretenen Karl-Heinz Bärmann leitet sie im Augenblick die Amtsgeschäfte und beim Pressegespräch vor Ort betonte Margit Ernst, als langjährige Kindergartenleiterin selbst vom Fach, noch einmal, dass es selbst in der Rückbetrachtung überhaupt keine Gründe für ein Aufbauschen von Missverständnisse gegeben habe. Ernst: „Wir wollen aber auch nachträglich kein übles Nachkarten, keine Schuldzuweisungen oder sonst was. Für uns geht der Blick einfach nach vorn. Festzuhalten ist dabei nur, dass auch Kollegin Luise Moch als Leiterin der Einrichtung mit dem Team beste Erziehungsarbeit geleistet hat. Das bestätigte der Elternbeirats-Vorsitzende Kai Wolf: „Ich bin seit 2016 im Elternbeirat des Stambacher Kindergartens, die letzten drei Jahre nunmehr als Vorsitzender. Für den damaligen Ortsbürgermeister Karl-Heinz Bärmann war sowohl beim Schimmelbefall im Gruppenraum der Wichtel wie auch die Tage kurz vor Weihnachten,  als ein Elternteil eines Kindes aus der Riesen-Gruppe positiv auf Corona getestet worden war, Transparenz in den Dingen höchstes Gebot. Als Elternvertreter bin ich über alle Vorgänge informiert worden. Alle Eltern wurden am 18. Dezember bei Abgabe ihres Kindes über die Sachlage informiert und konnten selbst darüber entscheiden, ob sie ihre Kleinen in der Einrichtung belassen oder aus Sicherheitsgründen anderweitig unterbringen wollten. Dass sich die Dinge dann, diesmal nicht über Facebook sondern die installierte WhatsApp-Gruppe trotzdem hochgeschaukelt haben, war nicht korrekt. Selbst, wenn es ein Versäumnis der Trägerseite oder der Verwaltung wegen der nicht sofortigen Meldung beim Gesundheitsamt wegen des Corona-Falles gegeben haben mag. Etwas mehr Gelassenheit auf Elternseite wäre dienlicher gewesen. So hat die Sache in der Whats-App-Gruppe eine Eigendynamik bekommen und zu Missverständnisse geführt.“

Die frühere Leiterin Luise Moch schilderte dafür nochmals das turbulente Geschehen aus Leitungssicht. Es sei ein Freitag gewesen, Das Aufklären der Eltern habe an Ort und Stelle Vorrang gehabt. Die Fürsorgeberechtigten aus der Riesen-Gruppe hätten ja dann auch mal erst die Situation verarbeiten und zugleich entscheiden müssen, was sie jetzt machen sollen. Dass später die Gesundheitsbehörde monierte, dass vom Kindergarten wegen des Coronafalles keine Meldung noch am Freitag gekommen war, habe sie selbst nicht nachvollziehen können. „Wir waren hier im Kindergarten doch selbst mit dem Organisieren beschäftigt. Nah dem Buschtrommel-Muster informierten wir, in Gegenwart einer weiteren Erzieherin wurden die Eltern umfassend informiert, welche Situation es beim Kindergarten an diesem Freitag gab. Wir konnten das tun, weil ein Schnelltestverfahren, das die Verwaltung organisiert hatte, ergab, dass hier alles in Ordnung ist. Das Untersuchungsergebnis des Kindes, dessen Vater positiv getestet war, lag noch nicht vor, kam erst am Dienstag der neuen Woche. Zudem bin ich der Meinung gewesen, dass der Arzt oder die Stelle, welche den Vater positiv getestet hatte, beim Gesundheitsamt schon eine entsprechende Meldung abgegeben habe“. 

Für die Winzlerin Sandra Schultz, die 20 Jahre beim Kindergarten Windsberg arbeitete und dort gleichfalls die Leitungsfunktion der Einrichtung in Händen hatte, war es deshalb am 4. Januar dieses Jahres beim Stambacher Kindergarten ein Startschuss mit Problemen. Die neue Herausforderung in Contwig anzunehmen, bereut Sandra Schultz trotzdem nicht, „Das neunköpfige Kindergartenteam hat mich großartig aufgenommen. Mir ist, als hätte ich schon immer hier meinen Platz gehabt. Wenn ich in die glücklichen Augen der Kinder schaue dann sehe ich, wie gut dieser Kindergarten mit seiner Betreuung für die Kleinen ist. Seit vielen Jahren bin ich an verantwortlicher Stelle. Aber dass in einer Kindergartenküche auch Fischstäbchen selbst gemacht werden, das habe ich in meiner langen Arbeitszeit bisher noch nicht erlebt. Die Leistungen in der Küche runden die Arbeit aller Erzieherinnen bestens ab. Das ist einfach großartig“, schwärmt die „Neu-Contwigerin“ regelrecht. Dass selbst Essenspläne mit Kindern erarbeitet werden, davon habe sie früher nur geträumt, in Contwig sei das jetzt realer Alltag.