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Weihnachtsmarkt erweist sich als Publikumsmagnet

Weihnachtsmarkt erweist sich als Publikumsmagnet

St. Wendel. Sie kommen aus den benachbarten Bundesländern, sogar aus Nürnberg. Sie kommen aus Frankreich, Luxemburg, Belgien und sogar den Niederlanden. Der Weihnachtsmarkt in St. Wendel zieht immer mehr Busreisende an. In so manchem Programm von Busreise-Veranstaltern ist der Markt in St. Wendel fest gebucht

St. Wendel. Sie kommen aus den benachbarten Bundesländern, sogar aus Nürnberg. Sie kommen aus Frankreich, Luxemburg, Belgien und sogar den Niederlanden. Der Weihnachtsmarkt in St. Wendel zieht immer mehr Busreisende an. In so manchem Programm von Busreise-Veranstaltern ist der Markt in St. Wendel fest gebucht. "Der Weihnachtsmarkt wird außerhalb noch mehr wahrgenommen als im Saarland", sagt Bürgermeister Klaus Bouillon.435 Busse hat Karl-Heinz Fischer, Kontaktpolizist bei der Polizei St. Wendel, bei dem neuntägigen Weihnachtsmarkt gezählt. Die meisten, nämlich 82, kamen am Donnerstag, 13. Dezember. An zwei Tagen fuhr ein Sonderzug aus Bensheim bei Stuttgart mit jeweils 550 Menschen den Markt an. Stärkste Besuchertage mit jeweils rund 30 000 Gästen waren der erste Marktsamstag und der Mittwoch, 12. Dezember. Insgesamt sagt Fischer, dass 200 000 Gäste den Weihnachtsmarkt in der Kreisstadt besucht haben. "Das war ein sehr angenehmes Publikum, das wegen der familiären Veranstaltung gerne nach St. Wendel kommt", unterstreicht der Polizist im SZ-Gespräch.

Ständig seien drei Kollegen in Uniform in der Stadt präsent gewesen. Auch der Kriminaldienst in Zivil war vor Ort. "All unsere Großveranstaltungen gehen nur mit guten Kontakten zu der Polizei", bedankt sich der St. Wendeler Bürgermeister Klaus Bouillon.

Der Verwaltungschef ist mit dem Markt hoch zufrieden: "Das ist unser wichtigstes Stadtmarketinginstrument." Gehe man davon aus, dass jeder der 200 000 Besucher nur 25 Euro ausgegeben habe, dann mache dies eine Kaufkraft von fünf Millionen Euro aus. Geld, das auch den Gastronomen und Geschäften in der Innenstadt zugutekomme. Bouillon: "Das gibt es bei keiner einzigen anderen Veranstaltung in der Stadt. Das ist für uns Rechtfertigung und Motivation zugleich."

Denn im Gegensatz zu fast allen anderen Weihnachtsmärkten ist die Stadt St. Wendel selbst der Veranstalter. Und sie lässt sich den Markt einiges kosten. Bouillon: "Der Markt kostet 180 000 bis 190 000 Euro. Hinzu kommen etwa 50 000 bis 60 000 Euro Arbeitskosten, vor allem des Bauhofes." Allein das umfangreiche Programm schlage mit 80 000 Euro zu Buche. An Einnahmen erziele man 60 000 Euro, 20 000 Euro davon kommen vom Verein zur Unterstützung der Märkte.

Bouillon hält das finanzielle Engagement der Stadt für vertretbar. Auch in Zeiten, in denen St. Wendel sparen muss. Denn es handelt sich um so genannte freiwillige Ausgaben. Bouillon ist sich da auch der Unterstützung des Stadtrates sicher. Der Bürgermeister: "Jeder will den Markt. Es gibt kaum eine Veranstaltung, die so viel Kaufkraft bringt. Wir erwirtschaften Millionen Euro für die Stadt."

Nach dem Markt ist vor dem Markt: Die Stadt plant für kommendes Jahr einige Verbesserungen. Der Mittelaltermarkt habe sich bewährt und werde ausgebaut in Richtung Brühlstraße. Die Bühne des Mittelaltermarktes werde verlegt zur Rodelbahn. Dort soll ein eigener Kinderbereich entstehen. Verstärkt will die Stadt in Belgien um Gäste werben. So plant Bouillon dort im Sommer eine Marketingveranstaltung für Busveranstalter. Der Bürgermeister: "In Belgien haben wir noch Potenzial."Foto: privat

"Das ist unser wichtigstes Stadtmarketing-

instrument."

Klaus Bouillon