Von den 86 Milliarden von Bund und Bahn: Rehlinger will mehr Geld für Bahn im Saarland

Milliarden für das Schienennetz : Rehlinger will mehr Geld für die Bahn im Saarland

86 Milliarden Euro wollen Bund und Deutsche Bahn bis 2030 in das deutsche Schienennetz investieren. Die Landesregierung stellt klare Forderungen.

Die Landesregierung hat die Deutsche Bahn dazu aufgefordert, noch mehr in den Schienenverkehr im Saarland zu investieren. „Mittelfristig wird das jetzt geplante Niveau nicht ausreichen“, sagte Saar-Verkehrsministerin Anke Rehlinger (SPD) der SZ. Bund und Bahn hatten am Dienstag eine Vereinbarung unterzeichnet, nach der in den kommenden zehn Jahren 86 Milliarden Euro in die Sanierung des teils maroden Schienennetzes in Deutschland fließen sollen. Wie hoch der Anteil für das Saarland und die übrigen Bundesländer sein wird, und welchen Projekten das Geld jeweils zugutekommen soll, sei noch nicht geklärt. Das Ministerium erwarte jedoch, dass das Saarland von dem Milliardenpakt „profitiere“ – wenngleich die Investitionen, wie Rehlinger betont, „mittelfristig ansteigen müssen“. Das gelte vor allem mit Blick auf die erhoffte Verdopplung der Fahrgastzahlen bis 2030. Allein durch die günstigeren Tickets seit Jahresbeginn erwartet die Bahn jährlich fünf Millionen Reisende mehr. Um den Anstieg bewältigen zu können, erwartet das Wirtschaftsministerium von der Bahn, die Fernverkehrsanbindung im Saarland zu verbessern und in Brücken, Fahrzeuge, Bahnhöfe und Gleisanlagen zu investieren. Auch Saar-Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sagte: „Nur wenn das Saarland gut ans Streckennetz angebunden ist und die Züge auch fahren, ist die Bahn eine echte Alternative zu Auto und Flieger.“

Grüne und Linke werfen der Landesregierung indes vor, vorhandene Bundesmittel für die Bahn gar nicht erst abzurufen. Das Ministerium müsse endlich „aktiv werden“, forderte Jochen Flackus, verkehrspolitischer Sprecher der Saar-Linken. Das Verkehrsministerium lehnt die Kritik mit Verweis auf den jüngst vorgelegten Verkehrsentwicklungsplan für den Nahverkehr ab. „Auch dank steigender Bundesmittel“ investiere man jetzt schon in attraktivere Anbindungen.