Zehn Prozent mehr Fünftklässler

Zehn Prozent mehr Fünftklässler

Die Auflösung der Gesamtschule hat sich in Wadgassen anders ausgewirkt als in Dillingen: Das ist eines der Ergebnisse der Analyse, die der Kreis jetzt zu den Schülerzahlen im laufenden fünften Schuljahr vorlegte.

Saarlouis. Zehn Prozent mehr Fünftklässler als im Vorjahr haben sich an den Schulen in Trägerschaft des Kreises zum derzeit laufenden Schuljahr angemeldet: 1652 statt 1515. Wie die Schulabteilung des Kreises Saarlouis analysierte, verteilte sich der Zuwachs von 137 auf 40 zusätzliche Kinder an den Gemeinschaftsschulen und 97 an den Gymnasien. Der Anteil der neuen Gymnasiasten stieg mit zwei Prozent erneut. Jetzt haben sich 48,7 Prozent aller Viertklässler für das Gymnasium als weiterführende Schule entschieden. Der zehnprozentige Zuwachs darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Gesamtzahl an den weiterführenden Schulen des Kreises seit 2008 zurückgeht: im Schnitt im 500 pro Jahr auf jetzt 18 970.Die Schulabteilung des Kreises hat analysiert, was hinter einzelnen auffallenden Veränderungen zum laufenden Schuljahr steckt, die nicht allein mit der in diesem Jahr erhöhten Zahl der Fünftklässler zusammenhängen.

Seit diesem Schuljahr gibt es im Saarland nur noch zwei weiterführende Schultypen: Die Gemeinschaftsschule (GS) und das Gymnasium. In Wadgassen, bisher Gesamtschule, sank die Zahl der Neuanmeldungen um 30 auf 72. "Wadgassen muss sich jetzt behaupten wie jede andere Gemeinschaftsschule mit örtlichem Einzugsbereich", sagt Schulamtsleiterin Margit Jungmann, "Bisher kamen auch Schüler aus dem Stadtverband Saarbrücken, die eine Gesamtschule besuchen wollten." Der Zuzug aus dem Stadtverband Saarbrücken zur GS Überherrn dagegen (jetzt 19 Kinder) hielt sich; außerdem wechselten 19 Grundschüler aus Wadgassen nach Überherrn (umgekehrt nur zwei). Im Ergebnis hielt Überherrn seine Eingangszahl und glich die geschrumpfte Zahl der Viertklässler im engeren Einzugsbereich aus.

Ähnlich wie in Wadgassen hätte es an der früheren Gesamtschule Dillingen, der jetzigen Sophie-Scholl-Schule, laufen können. Doch dort meldeten sich 71 (vorher 56) Kinder an. Jungmann: "Obwohl wir das erst ganz kurzfristig anbieten konnten, haben Eltern hier das Angebot der ersten echten Ganztagsschule des Kreises angenommen." Die GS Dillingen, gleich nebenan, blieb mit 60 Anmeldungen konstant. Zwei Schulen desselben Typs nah beieinander, das war die ideale Voraussetzung für die Einrichtung einer gebundenen Ganztagsschule. Denn das Gesetz will, dass Eltern wählen können, ob ihr Kind an eine verpflichtende ("gebundene") Ganztagsschule geht oder wie bisher halbtags die Schule besucht.

Bis an die Grenze nachgefragt war auch die GS Martin-Luther-King in Saarlouis. Hier ziehen nach Einschätzung von Jungmann Innovationen wie die Reformklassen. Ebenfalls an die Kapazitätsgrenze ist in diesem Jahr die Nachfrage an der GS Nalbach gestoßen. Generell gilt, sagt Landrat Patrik Lauer, bei den Gemeinschaftsschulen der Trend: Die großen Schulen werden größer, etwa Schmelz, Nalbach, Überherrn, Schwalbach.

> wird fortgesetzt.