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Generationenwechsel: Die Wohnstadt hält sich jung

Generationenwechsel: Die Wohnstadt hält sich jung

Wohnstadt. "Die Wohnstadt verjüngt sich. Da sind wieder viele Kinder in der Nachbarschaft." Das stellte Petra Ternes bei einem Gespräch im Pfarrzentrum der Überherrner Wohnstadt dar. Einer der Ersten in der Wohnstadt war Manfred Hönig; 1965 zog er her. "Damals war das ein Baugebiet. "Überall roter Sand. Wir dachten: Wann wird es hier mal grün?"

Wohnstadt. "Die Wohnstadt verjüngt sich. Da sind wieder viele Kinder in der Nachbarschaft." Das stellte Petra Ternes bei einem Gespräch im Pfarrzentrum der Überherrner Wohnstadt dar. Einer der Ersten in der Wohnstadt war Manfred Hönig; 1965 zog er her. "Damals war das ein Baugebiet. "Überall roter Sand. Wir dachten: Wann wird es hier mal grün?". Allein im Herderweg habe es Ende der 60er Jahre um die 46 Kinder gegeben, erzählt Hönig. Dort leben jetzt wieder sieben Familien mit Kindern, weiß Silke Jochum. Ihr Mann stammt von hier, so kam auch sie in die Wohnstadt.Und es gefällt ihr richtig gut: "Alt und Jung vertragen sich. Wir haben drei Kinder, da beschwert sich kein Nachbar", erzählt Silke Jochum. Es gebe keinen Durchgangsverkehr. "Da kann ich die Kinder zum Spielen nicht nur vor die Tür lassen."

"Wir haben hier kaum Leerstände", betont Günter Hild. Vor 30 Jahren kam er in die Wohnstadt, inzwischen ist er der Ortsvorsteher. Die Häuser sind Bungalows im typischen Klinkerstil, sagt Hild: "Die waren schon vor 50 Jahren energetisch gut ausgelegt." 1,8 Quadratkilometer ist die Wohnstadt groß, hat derzeit um die 2000 Einwohner. Seit 1979 ist die Wohnstadt ein eigener Gemeindebezirk Überherrns.

Busse fahren hier alle halbe Stunde, doch da fast jeder heute ein Auto habe, müsse mehr Parkraum geschaffen werden, erklärt Hild. "Als ich hier ankam", ergänzt Hönig, "gab es nur ein Auto. Wir dachten damals, warum bauen die so viele Parkplätze?"

Der Denkmalschutz wird nach Meinung des Ortsvorstehers überbewertet. Im Vordergrund steht der Erhalt der Architektur. Ansonsten könne jeder sein Haus gestalten und auch den Garten. Vor zwei Jahren gründete sich eine Bürgerwerkstatt in der Wohnstadt. Ein Eingangsportal hat sie bereits angelegt, ein zweites soll folgen. Als nächstes will sie sich um die Gestaltung der Plätze in der Wohnstadt kümmern. "Ich bin hier groß geworden", erzählt Deborah Zayer-Schmitz. "Ich wollte als Kind nie in die Wohnstadt ziehen", verrät Petra Ternes, "jetzt wohne ich dort." Eine Bäckerei mit Café gibt es hier, ein Fitnesscenter, das Pfarrzentrum, die Kirche, einen Kindergarten. "Es gab auch mal ein Geschäft in der Albrecht-Dürer-Straße", weiß Hild, "aber das ist 15 Jahren her." Ein Discounter könnte aber nach neueren Plänen bald an den Rand der Wohnstadt siedeln.

Wohnen in der Überherrner Wohnstadt im Grünen und verkehrsberuhigt (von links): Manfred Hönig, Ortsvorsteher Günter Hild, Silke Jochum, Petra Ternes und Sabine Weiler. Foto: Johannes A. Bodwing.

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