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"Es geht auch ums Schwätzen"

Die Vorsitzende der Landfrauen Felsberg, Irene Komander, mit Teilen des Vorstandes: Hilde Müller, Christa Fries, Renate Sevenich und Hilde Robert (von links). Foto: Johannes A. Bodwing
Die Vorsitzende der Landfrauen Felsberg, Irene Komander, mit Teilen des Vorstandes: Hilde Müller, Christa Fries, Renate Sevenich und Hilde Robert (von links). Foto: Johannes A. Bodwing
Felsberg. "Heute geh'n wir den Maibaum setzen", so Hilde Müller von den Felsberger Landfrauen beim vergangenen Treffen. Da saß ein Teil des Vorstandes im ersten Stock des Dorfzentrums, wo sie einen eigenen Raum haben, mit viel Platz und geräumiger Küche. Landwirtschaft sei heute nicht mehr das große Thema bei den Landfrauen Von SZ-Mitarbeiter Johannes A. Bodwing

Felsberg. "Heute geh'n wir den Maibaum setzen", so Hilde Müller von den Felsberger Landfrauen beim vergangenen Treffen. Da saß ein Teil des Vorstandes im ersten Stock des Dorfzentrums, wo sie einen eigenen Raum haben, mit viel Platz und geräumiger Küche. Landwirtschaft sei heute nicht mehr das große Thema bei den Landfrauen. Doch in den Anfangsjahren kamen noch viele Frauen aus bäuerlichen Betrieben, da sei es vor allem darum gegangen, diese weiterzubilden. "Denn so mobil wie heute waren die Frauen damals noch nicht", so Hilde Müller.Am 10. Januar 1957 wurden die "Saarländischen Landfrauen" in Blieskastel gegründet. 28 Frauen waren das damals. Der Ortsverband Felsberg gründete sich am 19. Oktober 1957 mit 27 Frauen. Damit waren sie auch die Ersten im Landkreis Saarlouis. "Die Männer waren froh über die Aktivitäten der Landfrauen", hieß es, "weil die Frauen dadurch zufriedener waren". Denn unter der Vorsitzenden Margarete Schwarz-Kirsch sei in Felsberg vieles in Gang gesetzt worden. Wie beispielsweise Ausflüge zu "Rhein in Flammen" und an die Mosel, aber auch Fahrten zur VSE nach Saarbrücken. Dort gab es immer wieder die neuesten Küchengeräte, die das Alltagsleben erleichterten. "Früher hatten wir keine Waschmaschine", erinnerte sich die frühere Vorsitzende Hilde Robert. "Meine Mutter hat die Wäsche noch gekocht - und die Schleuder wurde mit einem Fußpedal abgebremst."



Hilde Robert hatte 1988 den Vorsitz von Maria Molitor übernommen. Seit Kurzem führt Irene Komander den Felsberger Landfrauen-Verein. Inzwischen heißen sie saarlandweit nicht mehr Landfrauen, sondern SaarLandFrauen. Denn es gehe heute um alle Frauen auf dem Lande. "Aber wir lassen es bei Landfrauen-Verein Felsberg", sagt Müller. Etwa 100 Mitglieder sind es derzeit. Die kommen auch aus Ittersdorf, aus dem französischen Leidingen und aus Berus. Vormals war die alte Felsberger Schule ihr Stützpunkt, jetzt ist es das neu geschaffene Dorfzentrum. "Wir haben es hier richtig schön", sagt Vorsitzende Irene Komander.

"Heute geht es in Kursen auch weiterhin um Haushalt und Kochen", stellt Komander dar. Aber ebenso um Gesundheit, Stressbewältigung, Aromatherapie und Bewegung. "Wir haben auch schon einen Computerkurs gemacht", ergänzt Renate Sevenich. Auf Kurse zu Rechtsfragen, wie beispielsweise Erbrecht, weist Christa Fries hin.

"Es geht auch ums Schwätzen", erzählen die Landfrauen. Denn ganz wichtig sei der soziale Aspekt. Es gebe viele ältere Frauen, die allein lebten. Die kämen durch Termine der Landfrauen aus den vier Wänden heraus. Das koste 20 Euro Beitrag im Jahr, über 80-Jährige seien beitragsfrei. "Einer hilft dem anderen", sagt Hilde Müller zur Integration der Landfrauen im Ort. "Nur so kann es in einem Dorf funktionieren." Denn es gehe letztlich auch um den Erhalt der Lebensqualität für die künftigen Generationen.

Termine der Felsberger Landfrauen stehen im Überherrner Nachrichtenblatt, Informationen gibt es bei Hilde Müller unter der Telefonnummer (0 68 37) 5 08.



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Die Vorsitzende der Landfrauen Felsberg, Irene Komander, mit Teilen des Vorstandes: Hilde Müller, Christa Fries, Renate Sevenich und Hilde Robert (von links). Foto: Johannes A. Bodwing
Die Vorsitzende der Landfrauen Felsberg, Irene Komander, mit Teilen des Vorstandes: Hilde Müller, Christa Fries, Renate Sevenich und Hilde Robert (von links). Foto: Johannes A. Bodwing