Neubau ist nicht willkommen

In Piesbach soll eine neue Baufläche in der Sportplatzstraße erschlossen werden. Doch einige Anwohner wehren sich: Sie haben Vorbehalte wegen der Verkehrssicherheit und verlangen einen Lärmaktionsplan.

In Piesbach wehren sich 15 Anwohner der Sportplatzstraße gegen eine kleine Erweiterung der Wohnbebauung in ihrer Straße. Unmittelbar am Ortseingang plant die Gemeinde im Einmündungsbereich der Sportplatzstraße zur B 269, angrenzend an die dort vorhandenen Wohnhäuser, zusätzlich Bauland auszuweisen. Die geplante Baufläche beträgt weniger als 400 Quadratmeter und würde Platz bieten für ein Mehrfamilienhaus. Ihre Bedenken zu dem Vorhaben haben Anwohner in einer Stellungnahme zu der von der Gemeinde veröffentlichten "Ergänzungssatzung Sportplatzstraße" konkretisiert.

Sicherheit sei gefährdet

"Willkommen in Piesbach ", heißt es auf dem Schild am Piesbacher Ortseingang. Direkt hinter dem Ortsschild befindet sich unerschlossenes Wiesenland. Dort - unweit der B 269 - möchte sich ein Piesbacher Grundstücksbesitzer ein Haus bauen. Die Zufahrt zu dem geplanten Baugrundstück sei nur schwer einzusehen, wodurch die Sicherheit des öffentlichen Verkehrs in dem ohnehin prekären Einmündungsbereich Sportplatzstraße/B 269 gefährdet werde, schrieben die Anwohner sinngemäß an die Gemeinde. Deshalb fordern sie unter anderem eine Stellungnahme der Straßenverkehrsbehörde zu dem Vorhaben. Darüber hinaus verlangen sie von der Gemeinde einen Lärmaktionsplan. Täglich 9300 Fahrzeuge, davon 750 Lkw, verursachten vor allem im unteren Bereich der Sportplatzstraße einen erheblichen Lärmpegel, gibt Hans-Josef Speicher zu verstehen. Er ist einer der Anwohner, die große Bedenken gegen die Baulanderschließung haben. Laut saarländischer Lärmkartierung liegt das geplante Baugrundstück in einer Zone mit Pegelwerten von tagsüber bis zu 65 Dezibel. Das sei den zukünftigen Bewohnern des Hauses nicht zuzumuten, meint Speicher. Der offizielle TA-Lärm-Richtwert liegt bei 50 Dezibel. Er könne die ganze Aufregung nicht verstehen, gibt der erstaunte Grundstücksbesitzer auf Nachfrage der SZ zu verstehen. Es sei lächerlich, dass Anwohner der Sportplatzstraße gegen sein Bauvorhaben Vorbehalte hätte, zumal sie persönlich keinerlei Nachteile hierdurch hätten. Von dem ursprünglichen Vorhaben, ein Mehrfamilienhaus zu errichten, sei er abgekommen. "Ich möchte lediglich ein normales Einfamilienhaus an dieser Stelle bauen", sagt der Piesbacher.

Entscheidung bis November

Das Verfahren für die Baulanderschließung laufe planmäßig, bestätigt Armin Schwarz, Leiter des Bauamtes der Gemeinde. Die Anhörung der "Träger öffentlicher Belange" einschließlich der Straßenverkehrsbehörde sei erfolgt und ein Lärmaktionsplan in Arbeit. Bis Ende November wird der Nalbacher Gemeinderat über die geplante Baulanderschließung entscheiden.