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Seit 15 Jahren hilft die psychiatrische Familienpflege in Völklingen

 Heidi Kunz (rechts) wird seit zehn Jahren von Ingrid Philippi aus Ludweiler betreut. Beim Frühlingsfest feierten beide Damen mit. Foto: SHG-Kliniken
Heidi Kunz (rechts) wird seit zehn Jahren von Ingrid Philippi aus Ludweiler betreut. Beim Frühlingsfest feierten beide Damen mit. Foto: SHG-Kliniken
Völklingen. Mit einem Frühlingsfest feierte das Zentrum für Psychiatrische Familienpflege der SHG-Kliniken Völklingen seinen 15. Geburtstag. Ins Leben gerufen wurde die psychiatrische Familienpflege von Pfarrer Karl-Günter Dilk als Krankenhausseelsorger der SHG-Kliniken

Völklingen. Mit einem Frühlingsfest feierte das Zentrum für Psychiatrische Familienpflege der SHG-Kliniken Völklingen seinen 15. Geburtstag. Ins Leben gerufen wurde die psychiatrische Familienpflege von Pfarrer Karl-Günter Dilk als Krankenhausseelsorger der SHG-Kliniken. Diese Familienpflege ist ein Projekt der Saarland-Heilstätten GmbH, wird vom Ministerium für Justiz, Arbeit, Gesundheit und Soziales unterstützt und besteht bereits seit Januar 1996. Dabei wird unter Familienpflege die Aufnahme und längerfristige Betreuung chronisch psychisch erkrankter Menschen in Gastfamilien verstanden. Ein erfahrenes Familienpflegeteam begleitet die Gastfamilie durch regelmäßige Besuche und ist jederzeit Ansprechpartner bei auftretenden Fragen und Problemen. Derzeit bestehen in der Psychiatrischen Familienpflege in 24 Gastfamilien 31 Pflegeverhältnisse, wobei in einer Familie maximal zwei "Gäste" aufgenommen werden dürfen. Krankheitsbilder sind Schizophrenie, Depressionen oder Persönlichkeitsstörungen, betreut werden Menschen im Alter von 23 bis 70 Jahre. "Das Angebot der Psychiatrischen Familienpflege ist gedacht für psychisch erkrankte Menschen, deren akute Krankheitsphase abgeklungen ist und die die zur Bewältigung ihres Alltags Unterstützung und Begleitung benötigen", erklärt Dr. Claudia Birkenheier, Ärztliche Direktorin der SHG-Kliniken, Chefärztin der Psychiatrie und ärztliche Leiterin des Zentrums der Psychiatrischen Familienpflege. Sie wird von Rita Kluge und Sonja Kirsch unterstützt. Der Alltag in einer Familie ermöglicht psychisch kranken Menschen, am "normalen" Leben teilzunehmen. Der Erfolg dieser psychiatrischen Familienpflege werde auch dadurch unterstrichen, so Dr. Birkenheier, dass solche "Gäste" in einer Familie 87 Prozent weniger stationäre Aufenthalte verzeichneten, als psychisch Kranke, die keinen familiären Rahmen hätten. Geehrt wurde beim Geburtstagsfest des Zentrums für Psychiatrische Familienpflege Ingrid Philippi aus Ludweiler, die mit Ehemann Heinz seit zehn Jahren die 59-jährige Heidi Kunz betreut. "Die ersten Jahre waren schwer", erzählt die 66-jährige Ingrid Philippi. Heidi Kunz leidet an einer psychischen Erkrankung, kann aber mittlerweile in einer eigenen Wohnung wieder selbstständig am Leben teilnehmen und auch alles alleine regeln. "Dies war auch durch die gute Unterstützung des Pflegeteams und der behandelnden Ärzte möglich, die Heidi Kunz medikamentös gut eingestellt haben", kann sich Ingrid Philippe nun ein Leben ohne ihre "Pflegetochter" gar nicht mehr vorstellen. Zumal auch die Chemie zwischen den beiden Frauen offensichtlich stimmt. hla


Wer mehr über die Psychiatrische Familienpflege wissen will, kann dies unter Telefon (0 68 98) 12 24 58 oder E-Mail: familienpflege@vk.shg-kliniken.de erfahren.