Gastfamilien geben Halt

Gastfamilien geben Halt

29 psychisch erkrankte Menschen leben zurzeit in Gastfamilien der Region. Damit soll ihnen ein Stück Normalität im Alltag vermittelt werden. Einmal im Jahr treffen sich Kranke, Gastfamilien und Klinikangehörige zum Frühlingsfest des Zentrums für psychiatrische Familienpflege der SHG-Kliniken Völklingen.

Das Frühlingsfest im Kongresszentrum der SHG-Kliniken Völklingen ist ein fester Bestandteil im Kalender des Zentrums für psychiatrische Familienpflege. Alljährlich trifft sich hier das Pflegeteam mit den Gastfamilien und Pflegegästen, um gemeinsam zu feiern und sich auszutauschen. Einen besonderen Blumengruß gab es diesmal für Josef Tinnes. Er lebt seit genau zehn Jahren bei Christel und Ludwig Brandstetter in Völklingen.

Seit 18 Jahren vermittelt das an die Völklinger Kliniken angeschlossene Zentrum psychisch erkrankte Menschen in Gastfamilien im Regionalverband Saarbrücken sowie in den Landkreisen Saarlouis und Merzig-Wadern. Insgesamt 29 Gäste leben derzeit in 19 Gastfamilien. Acht neue Gäste konnten im Laufe des vergangenen Jahres in Familien vermittelt werden.

In ihren Gastfamilien erfahren die psychisch Kranken ein Stück Normalität im Alltag. Sie genießen einen geregelten Tagesablauf, werden sozial gefordert und zugleich gefördert. Und sie erleben längerfristig stabile und belastbare soziale Beziehungen.

Positiver Nebeneffekt: Stationäre Klinikaufenthalte werden nur noch selten nötig, und

die psychiatrische Familienpflege kostet deutlich weniger als ein Heimaufenthalt. "Das Wichtigste ist jedoch, dass die Kranken wieder psychische Stabilität und Belastbarkeit gewinnen", sagt Dr. Claudia Birkenheier, die Ärztliche Leiterin des Familienpflegezentrums.

"Unsere Gastfamilien zeigen ein hohes soziales Engagement", lobt Teamleiterin Sonja Kirsch die große Aufnahmebereitschaft. Die Diplom-Psychologin und ihre Mitarbeiter machen regelmäßig Besuche vor Ort und stehen allen Beteiligten als Ansprechpartner zur Verfügung. Die Gastfamilien erhalten eine Vergütung für ihr Engagement. Interessierte können sich gerne melden.

Mehr Informationen beim Zentrum für Psychiatrische Familienpflege, Telefon (0 68 98) 12 24 58.