Familien helfen psychisch Kranken

Das Zentrum für Psychiatrische Familienpflege lud Gastfamilien und ihre Schützlinge zu einem Jahresempfang in die SHG-Kliniken ein. Auch Anja Wagner-Scheid, Direktorin des Landesamts für Soziales, war dabei.

Der Jahresempfang des Projekts Gastfamilien für psychisch Kranke hat auch immer eine kulinarische Seite - Genuss für Gaumen und Seele sozusagen. Aufgetischt wurden in diesem Jahr Minestrone, Schweinemedaillons mit Spargel und Hähnchenbrust mit Gemüsecurry. Eingeladen hatte das Zentrum für psychiatrische Familienpflege mit Chefärztin Dr. Claudia Birkenheier und Sonja Kirsch. Zahlreiche Gastfamilien kamen mit ihren Schützlingen ins Kongresszentrum der SHG-Kliniken und nutzten die Zeit, um sich untereinander auszutauschen.

Erstmals dabei war auch die Direktorin des Landesamts für Soziales, Anja Wagner-Scheid (CDU ), die Grüße des Sozialministeriums überbrachte. Ihren Angaben zufolge gibt es derzeit landesweit insgesamt 87 Familien, die psychisch kranke Menschen bei sich aufgenommen haben. Das 1995 ins Leben gerufene Projekt habe einen erfreulichen Aufschwung zu verzeichnen. Sie bedankte sich besonders beim Völklinger Vorzeige-Projekt, das aktuell 27 Gäste in 20 Familien vermittelt hat und betreut.

Das begleitete Wohnen in Familien ist eine Maßnahme der Eingliederungshilfe, die über das Landesamt für Soziales finanziert wird, teilte die Saarland-Heilstätten GmbH mit. Es richtet sich an Menschen, deren akute Krankheitsphase abgeklungen ist, die aber zur Bewältigung des Alltags noch Unterstützung brauchen. Familie und Gast werden von einem erfahrenen Team der Familienpflege intensiv betreut und begleitet.

Als Gastfamilie kommen auch Einzelpersonen oder Paare in Frage. Wie die Saarland-Heilstätten GmbH mitteilte, werden Erfahrungen mit psychischen Erkrankungen nicht vorausgesetzt. Für die Aufnahme eines Gastes werden ein Betreuungsgeld von 400 Euro, eine Mietpauschale von 267,60 Euro und für Verpflegung 242,40 Euro pro Monat gezahlt.

Kontakt zum Zentrum für Psychiatrische Familienpflege unter Telefon (0 68 98) 12 24 58.

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