Wie man es Einbrechern schwer machen kann

Wie man es Einbrechern schwer machen kann

Einbrecher wollen schnell ins Haus – schaffen sie das nicht, geben sie auf. Deshalb rieten die Seniorenberaterin Gabriele Specht und Werner Michaltzik, Völklingens ehemaliger Polizeichef, in einem Vortrag, Türen zu sichern.

Mehr als 167 000 Wohnungseinbrüche gab es im vergangenen Jahr bundesweit. Die Aufklärungsquote lag bei etwa 15 Prozent. Die Einbrecher kommen meist tagsüber, wenn niemand zuhause ist. Im Dezember sind sie am häufigsten unterwegs. Die am stärksten gefährdete Etage ist das Erdgeschoss. Das Eindringen in die Privatsphäre hat auch psychische Folgen: Zehn Prozent der Opfer sind wegen eines Einbruchs umgezogen.

Die Zahlen, Daten und Fakten präsentierten Werner Michaltzik, ehemaliger Leiter der Polizeiinspektion Völklingen , und Seniorensicherheitsberaterin Gabriele Specht am Freitagabend im Alten Rathaus. "Wohnungseinbruch - vorbeugen, schützen, richtig reagieren", lautete das Vortragsthema in der Volkshochschule Völklingen .

"Wir wollen Sie in die Lage versetzen, sich zu wappnen", erklärte Michaltzik den gut ein Dutzend Zuhörern. Ob Gelegenheitstäter oder professionelle Bande: Die Täter möchten nicht gestört werden. Kommen sie nicht schnell ins Haus, wird der Einbruchsversuch abgebrochen. Mit einfachen Mitteln kann man den Eindringlingen die Arbeit erschweren. Bei verdächtigen Beobachtungen sollte man die Polizei rufen. Selten benutzter Schmuck ist im Tresorfach der Bank sicher. Licht schreckt Gauner ab, ebenso bellende Hunde. Beim Verlassen des Hauses sollten Fenster immer geschlossen und Türen abgesperrt werden. Leitern und Gartenmöbel, die nicht weggeräumt werden, nutzen Einbrecher, um auf den Balkon zu gelangen. Und wer auf dem Anrufbeantworter mitteilt, dass er gerade 14 Tage auf Mallorca Urlaubt macht, braucht sich auch nicht über ungebetene Gäste zu wundern.

Die Technik hilft ebenfalls. Fenster und Türen lassen sich mit einfachen Mitteln nachrüsten und sicherer machen. "Das Wichtigste ist der wachsame Nachbar", betonte Gabriele Specht. Er behält nicht nur die Umgebung im Auge. Während des Urlaubs kann er den Briefkasten leeren, sich um die Rollläden kümmern und die Mülltonne rausstellen. So erscheint das Haus nicht unbewohnt.

Wenn doch eingebrochen wurde, sollte die Polizei sofort verständigt werden. Da der Täter womöglich noch in der Wohnung ist, raten die Experten, das Haus nicht zu betreten. Außerdem gilt: nichts berühren und nicht aufräumen. So verhindert man, dass Spuren vernichtet werden.

Wer eine individuelle Beratung möchte, kann bei der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle in Saarbrücken einen Termin vereinbaren, Infos dazu gibt es unter Telefon (06 81) 9 62-35 35.

polizei-beratung.de

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