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Aufbau für die Osterkirmes
„Regen beim Aufbau ist halb so wild“

Schnell, schnell, graue Wolken drohen – und die Mitarbeiter des Schaustellers Roland Haddzis schaffen es tatsächlich, vor Einsetzen des Regens die Dachplanen über dem Autoscooter zu schließen.
Schnell, schnell, graue Wolken drohen – und die Mitarbeiter des Schaustellers Roland Haddzis schaffen es tatsächlich, vor Einsetzen des Regens die Dachplanen über dem Autoscooter zu schließen. FOTO: BeckerBredel
Völklingen. Am Mittwoch hatten die Schausteller der Völklinger Osterkirmes alle Hände voll zu tun – der Aufbau ihrer Fahrgeschäfte ist technisch anspruchsvoll. Von Andreas Lang

Gerade noch rechtzeitig haben es die Mitarbeiter des Schaustellers Roland Haddzis am Mittwochmittag geschafft. Kurz  nachdem sie die drei Teile für die  riesige Dachplane der Autoscooter-Bahn auf dem Völklinger Hindenburgplatz über die schwere stählerne Dachkonstruktion ausgebreitet und  verbunden haben, beginnt es zu regnen. Unaufhörlich, den ganzen Nachmittag. Doch schon als die Arbeiter das Dach an den Stützen am Fahrbahnrand hochkurbeln, arbeiten sie im Trockenen.


Anderthalb Tage dauert der Aufbau der Autoscooterbahn normalerweise. „Hier in Völklingen ein bisschen länger“, berichtet Besitzer Haddzis. „Das ist die erste Station nach der Winterpause, da ist das ganz normal.“

Aber auch der Hindenburgplatz trägt nach wie vor seinen Teil dazu bei. „Mit der neuen Asphaltdecke ist das hier wieder ein schöner, sauberer Platz geworden“, freut sich der Schafbrücker Schausteller. „Aber das Gefälle ist immer noch da“, zeigt Kollege Arnold Roos, der „Onkel Arnold“ vom Kinderkarussell. Die Schausteller müssen den Höhenunterschied mit Unterbau-Material ausgleichen. Holzklötze, Stahlstempel sind das meistens.  Je größer die Fläche des Fahrgeschäftes, umso mehr Unterbau ist notwendig. Beim Autoscooter liegt der Höhenunterschied zwischen der höchsten und der niedrigsten Ecke bei mehr als 1,5 Metern.



Das Team von Mario Spoo an dessen Kinderschleife ist bereits beim Funktionstest. Doch auch hier läuft noch nicht alles glatt. Minuten später ist der Fehler aber gefunden. „Wir müssen ein elektrisches Teil austauschen, mit der Zeit geht immer mal wieder was kaputt“, sagt Spoo.

Während die meisten wie beschrieben unter Dächern, vor dem Regen geschützt, arbeiten können, steht der Delphin im Zentrum des Twister-Fahrgeschäfts „Blue Hawaii“ von  der Altenkesseler Schaustellerfamilie Pistorius im Regen. Jeffrey Pistorius und seine Mannen haben noch einiges zu tun, ehe es losgehen kann. Ein Teil der Halterungen für die Gondeln hängt bereits, ein Ausleger des Rotors dient den Arbeitern aber noch als Aufhängung für einen kleinen Kran. Mit einem Hebegeschirr können sie die Bodenplatten für die Sohle ihres Fahrgeschäftes bequem an die richtige Stelle manövrieren, ohne Muskelkraft einsetzen zu müssen.

„Regen beim Aufbau ist halb so wild“, meint Haddzis. Die Aussicht auf ein regenfreies und teilweise sogar sonniges verlängertes Osterwochenende lässt die Schausteller den Niederschlag leicht verkraften. Eisverkäufer Heinrich Dörks steht mit seinem Eisbärenwagen wie gewohnt am Übergang zum Rathausplatz und baut in aller Ruhe die Kulissenteile seines traditionsreichen Eiswagens zusammen. „Am Nachmittag kommen dann noch die Kollegen, die den Rathausplatz bespielen“, weiß er. Die mussten sich gedulden, bis die Marktleute das Feld geräumt haben.

Wie Spoo informiert, gibt es dienstags und donnerstags zum Kinder-, beziehungsweise Familientag Ermäßigungen, am Kirmesdienstag, 3. April, gibt es rund um die Eligius-Kirche zudem den traditionellen Jahrmarkt. Große Hoffnungen setzen Spoo und Co auch auf eine Neuerung: „Erstmals fällt der Frühlingsmarkt der Stadt mit unserer Osterkirmes zusammen, wir sind sehr gespannt, wie sich das auf unser Volksfest auswirkt.“  Dann ist die Völklinger Osterkirmes am Sonntag, 8. April, bereits mitten in ihrem Schlusswochenende.

Bei Mario Spoo vom Fahrgeschäft Conway Star steht das Dach bereits, er kann im Trockenen am weiteren Aufbau arbeiten.
Bei Mario Spoo vom Fahrgeschäft Conway Star steht das Dach bereits, er kann im Trockenen am weiteren Aufbau arbeiten. FOTO: BeckerBredel