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FCS gegen Waldhof Mannheim
In Völklingen wird’s am Ostersamstag voll

Weil die Rivalität zwischen den beiden Traditionsvereinen groß ist, werden am Ostersamstag zahlreiche sogenannte Problemfans erwartet, die auf Randale aus sind. (Symbolfoto)
Weil die Rivalität zwischen den beiden Traditionsvereinen groß ist, werden am Ostersamstag zahlreiche sogenannte Problemfans erwartet, die auf Randale aus sind. (Symbolfoto) FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken/Völklingen. Die Polizei rechnet beim Fußball-Spiel des 1. FC Saarbrücken gegen Waldhof Mannheim mit Problemfans. Anhänger der Gäste werden vom Bahnhof zum Hermann-Neuberger-Stadion eskortiert, was zu kurzfristigen Sperrungen führt. Von Marcus Kalmes

Kirmes auf dem Hindenburgplatz. Wochenmarkt auf dem Rathausplatz – anschließend werden dort weitere Kirmesstände aufgebaut. Wochenendtrubel in den Geschäften in der Stadt. Dazu das Risiko-Spiel zwischen dem 1. FC Saarbrücken und Waldhof Mannheim im Hermann-Neuberger-Stadion. In Völklingen wird es an diesem Ostersamstag, 31. März, hoch hergehen.


In der Stadt werden viele Kunden erwartet, die ihre letzten Einkäufe für das Osterfest machen. Dazu rechnet die Polizei mit bis zu 5500 Besuchern des Spitzenspiels in der Fußball-Regionalliga Südwest zwischen dem Tabellenführer Saarbrücken und dem Tabellenvierten Mannheim. Einsatzleiter Eric Schweizer rät zur frühen Anreise und dazu, auch die umliegenden Parkplätze zu nutzen (siehe Grafik).

Weil die Rivalität zwischen den beiden Traditionsvereinen groß ist, werden am Ostersamstag zahlreiche sogenannte Problemfans erwartet, die auf Randale aus sind. „Auf Mannheimer Seite rechnen wir mit etwa 320 gewaltbereiten Fans“, berichtet Frank Schmelczyrsch. Der Leiter der Fachdienststelle Sport und Gewalt beim Landespolizeipräsidium rechnet damit, dass diese von Anhängern von Bundesligist Eintracht Frankfurt „unterstützt“ werden. Insgesamt werden um die 1200 Mannheimer erwartet. Die Polizei geht davon aus, dass zwischen 500 und 700 von ihnen mit einem Sonderzug nach Völklingen anreisen werden.

Die Einsatzkräfte erwarten am Samstag auf Saarbrücker Seite etwa 250 gewaltbereite Fans. Diese könnten nach Erkenntnissen der Polizei „Unterstützung“ von befreundeten Anhängern aus dem französischen Nancy und dem österreichischen Salzburg erhalten. „Es werden mehrere Hundert Polizisten aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und dem Saarland im Einsatz sein“, erklärt Polizei-Oberrat Schweizer mit Blick auf zu erwartende Randale.



Gewaltbereite FCS-Fans hatten sich zuletzt beim Saarlandpokal-Viertelfinale beim Oberligisten Homburg (2:1) mit FCH-Randalierern am Waldstadion sowie in der Innenstadt Auseinandersetzungen geliefert. Dabei wurden vier Polizisten verletzt (wir berichteten).

Der Sonderzug aus Mannheim kommt um 12.14 Uhr im Völklinger Bahnhof an. Das Hermann-Neuberger-Stadion wird um 13 Uhr geöffnet. Anpfiff ist um 15 Uhr. Die Einsatzkräfte wollen, dass der Mannheimer Tross schnellstmöglich vom Bahnhof ins Stadion gelangt – damit gewaltbereite Fans beider Vereine wenig Spielraum für mögliche Auseinandersetzungen haben. Im Stadion ist die Trennung der Fangruppen besser zu handhaben als außerhalb.

Dass Saarbrücker Anhänger wie in der Partie beim Erzrivalen Homburg auch im Hermann-Neuberger-Stadion massiv Pyrotechnik einsetzen, erwartet die Polizei nicht. Das Pokalspiel begann mit elf Minuten Verspätung und stand zu Beginn der zweiten Halbzeit kurz vor dem Abbruch, weil Böller und Leuchtmunition aus dem FCS-Fanblock abgefeuert wurden. Die Polizei ist mit dem Fanverhalten in Völklingen seit dem Umzug aus dem Saarbrücker Ludwigspark-Stadion insgesamt zufrieden, sagt Schmelczyrsch. Schweizer erklärt, dass es im Großen und Ganzen kaum Beanstandungen gäbe und sich die Fanszene einwandfrei verhalte – bis auf wenige Ausnahmen.

Die bis zu 700 Mannheimer, die am Samstag per Zug anreisen, werden von der Polizei den etwa 2,1 Kilometer langen Weg vom Bahnhof bis zum Stadion eskortiert. Weil der Tross durch die Stadt muss, werden punktuell Kreuzungen kurzfristig für den Verkehrt gesperrt, bis die Fans diese passiert haben.

Der von der Polizei vorgesehene Weg führt vom Bahnhof über Am Hüttenwerk, Bismarckstraße, Poststraße, Kreppstraße, Heinestraße und Püttlinger Straße bis zum Kreisverkehr Neptunstraße/Stadionstraße. Dann geht es über den Fußweg zum Hermann-Neuberger-Stadion. Kurzfristige Änderungen sind möglich. Schweizer sagt: „Viele Leute gehen am Samstag in Völklingen einkaufen. Autofahrer und Fußgänger sollten diese Bereiche meiden.“

Die Einsatzkräfte rechnen damit, dass sie mit dem Fan-Tross 30 bis 45 Minuten für die Strecke zum Stadion benötigen. „Wir sind bemüht, dass alles so schnell wie möglich abläuft und dass es so wenig Beeinträchtigungen wie möglich gibt“, erklärt Michael Zapp, Leiter der Polizei-Inspektion Völklingen. Das gleiche Prozedere gilt nach dem Spiel. Dann werden die Waldhof-Anhänger vom Hermann-Neuberger-Stadion über die gleiche Route zurück zum Bahnhof eskortiert. Ihr Sonderzug fährt von dort aus um 17.49 Uhr zurück nach Mannheim.