1. Saarland
  2. Saarbrücken
  3. Völklingen

Projektttag in Völklingen: So wird Politik für Schüler spannend

Völklingen : So wird Politik für Schüler spannend

Eine Theatertruppe aus Lörrach brachte Schülern des Völklinger Albert-Einstein-Gymnasiums die Themen Politik und Demokratie näher. Bei den Jugendlichen kam das Experiment gut an.

Welche Quellen nutzt du, um dich zu informieren? Was sind Fake News? Wie geht man mit Menschen um, die nicht sachlich diskutieren wollen? Mit vielen Fragen rund um das Thema Politik haben sich am Freitag etwa 50 Zehntklässler des Albert-Einstein-Gymnasiums (AEG) in Völklingen beschäftigt.

Gestaltet hat dieses eintägige Demokratie-Training das Theater Tempus fugit aus Lörrach, die Konrad-Adenauer-Stiftung übernahm die Kosten des Besuchs der Schauspieltruppe. „Willkommen zurück, wir bitten um Ruhe!“, schallt es in der Aula nach der Mittagspause aus dem Lautsprecher. Gespannt nehmen die Schüler vor einer weißen Papierwand Platz. Sie sehen niemanden, hören aber Aussagen zur Politik. Die Meinungen sind meist kritisch. Politik sei anstrengend, verwirrend. Junge Leute würden nicht ernst genommen. Es gibt aber auch konstruktive Beiträge. Wer wirklich etwas ändern wolle, der schaffe das. „Wenn man Raum dazu hat, macht Politik richtig Spaß“, sagt eine Frauenstimme.

Dann reißen die Schauspieler, die sich bisher hinter der weißen Wand versteckten, das Papier ein und halten den Schülern Mikrofone hin. Bei der folgenden Quizrunde ist die Meinung der Jungs und Mädchen gefragt. Aufstehen bedeutet Zustimmung, sitzen bleiben heißt „Nein“. „Ist dein zukünftiges Arbeitsgehalt politisch?“ Fast alle stehen auf. Beim nächsten Thema sind sich die Jugendlichen ebenfalls einig: Nein, das Sexleben hat nichts mit Politik zu tun. Bei der Frage, ob die Auswahl der Kleidung politisch sei, gehen die Meinungen auseinander. Rund die Hälfte der Schüler steht auf. Auch in der Kleidung stecken politische Fragen: Wo kommt sie her? Wie wird sie produziert und entsorgt?

Nach einer Einführung der Theatertruppe aus Lörrach haben sich die Gymnasiasten am Morgen schon mit sozialen Medien, mit Vorurteilen und politischen Reden beschäftigt. Authentizität sei den Jugendlichen wichtig, berichtet Theaterleiterin Karin Maßen. Die Menschen sollten hinter dem stehen, was sie sagen. Vor der zweiten Quizrunde wählt jede Schüler-Gruppe eine Person aus, die sie vertritt. Bei der Beantwortung der Fragen soll sie nicht die eigene Meinung sagen, sondern die Meinung der Mehrheit der Gruppe. Lieber Whatsapp als Instagram? Sollen mehr Frauen in die Politik? Macht Mathe mehr Spaß als Deutsch? Wird die Klima-Aktivistin Greta Thunberg überbewertet? Judith Hoffmann (15) gehört zu den Repräsentanten. „Es ist gar nicht so leicht, eine große Gruppe zu vertreten“, sagt die Schülerin nach der Quizrunde. Die Diskussionen fand Judith interessant. Der Austausch der Meinungen hat auch Michael Rosch (15) gefallen. Und Felix Hubertz (16) erzählt, dass sein Interesse für die Politik geweckt wurde. Neben den Gymnasiasten zieht am frühen Nachmittag auch das Theaterteam ein positives Zwischenfazit. Die Schauspieler loben die Schüler für ihre Offenheit und Neugierde. Maßen: „Es wurde immer lebendiger.“