Amt sagt: Keine Gesundheitsgefahr

Der Staubregen, der sich im März auf Autos gelegt hatte, kam laut Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz vom Saarstahl-Gelände. Es habe aber dabei keine Gesundheitsgefahr bestanden.

Was viele Autobesitzer schon unmittelbar nach der unschönen Überraschung in Form von Flecken auf dem Autolack nach dem Regen Anfang März vermutet haben, hat das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) jetzt bestätigt. Oberbürgermeister Klaus Lorig händigte dem Umweltausschuss des Stadtrates am Mittwochabend Kopien der entsprechenden Antwortbriefe des Amtes aus.

Demnach hat die Analyse ergeben, dass es sich bei dem Staub, den der Regen am Freitag, 11. März, zwischen sechs und zwölf Uhr mit sich gebracht hat, "hauptsächlich um Calciumsilikate mit Anteilen von Eisenoxid sowie einem geringen Anteil an Graphitplättchen" handelt. Also mit hoher Wahrscheinlichkeit Schlacke, die bei der Herstellung Stahl als Nebenprodukt entsteht. Zieht man dann noch die damalige Windrichtung und -geschwindigkeit in Betracht, sind die Stoffe höchstwahrscheinlich auf dem Saarstahlgelände ausgetreten. Somit bleiben nur zwei Firmen als mögliche Verursacher übrig. "Auf dem Gelände werden solche Schlacken durch zwei Unternehmen, die Saarstahl AG und die mit dem Umschlagen von Schlacken von dieser beauftragten SAB Schlackenaufbereitungs-GmbH gehandhabt", so steht es im Schreiben des LUA. "Ähnliche Verschmutzungen traten in der Vergangenheit bereits mehrfach auf", schreibt LUA-Direktor Thiemo Burgard Oberbürgermeister Lorig. Der kommentierte in der Ausschusssitzung, dass Saarstahl nicht in allen Fällen Verursacher gewesen sein könne. Fälle in ähnlichem Ausmaß hat es laut Auskunft des LUA zuletzt im Dezember 2014 und im Herbst 2015 gegeben. Und schon das hatte Konsequenzen für Saarstahl. Burgard in seinem Schreiben: "Aufgrund des Vorfalls von 2015 wurde vom LUA festgestellt, dass die bisher getroffenen organisatorischen Maßnahmen zur Staubvermeidung wie Befeuchten der Schlacke nicht ausreichend waren." Daraufhin sei gemeinsam mit der Firma Saarstahl AG beschlossen worden, dass der Umschlag der Schlacken zukünftig in einer Halle durchgeführt werden müsse. Den entsprechenden Bauantrag habe das Unternehmen Anfang März der Unteren Bauaufsichtsbehörde der Stadt Völklingen eingereicht, der Antrag liege dem LUA zur fachtechnischen Stellungnahme vor. Im kommenden Halbjahr solle die Halle fertig sein und in Betrieb genommen werden. "Erfahrungen mit vergleichbaren Hallen in Stahlwerken außerhalb des Saarlandes lassen den Schluss zu, dass mit dieser Maßnahme Abwehungen von Schlackestaub beim Umschlag zukünftig vermieden werden können."

Der zähe Schlackenregen ließ sich nur schwer vom Autolack entfernen.

Wer durch den Staubregen einen Schaden zu beklagen hat, muss seine Ansprüche zivilrechtlich erstreiten. Nach Ansicht des LUA-Umweltmediziners war der Staubregen nicht gesundheitsschädigend. Durch "geringe Bioverfügbarkeit der Stoffe und die nicht dauerhaft auftretenden Aufnahme" seien keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten.