Stadt hat nun auch das Casino

Die Voraussetzungen für eine Operation Rathaus-Umzug sind geschaffen. Nach der früheren Röchling-Bank hat die Stadt nun auch das Casino erworben. Die endgültige Entscheidung steht aber noch aus.

Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU ) ist der Doppelschlag in der Rathausstraße gelungen. Nach dem Gebäude der früheren Röchling-Bank (die SZ berichtete) hat die Stadt nun auch das benachbarte Casino-Gebäude gekauft. Es gehörte bislang der Firmengruppe rund um den Unternehmer und FCS-Präsidenten Hartmut Ostermann . Die Ostermann-Gruppe hatte das Casino 2001 gekauft und anschließend unverwertet liegen lassen. Das Gebäude liegt im innerstädtischen Sanierungsgebiet und wurde so zum Gutachter-Preis erworben: Das Gremium hatte den Bau und das 1296 Quadratmeter große Grundstück auf 178 000 Euro taxiert. Saarstahl hatte für die frühere Röchling-Bank und das 1164 Quadratmeter große Grundstück 200 000 Euro erhalten - 165 000 Euro Gutachterpreis plus ein Aufschlag für Investitionen, die das Unternehmen in jüngerer Zeit in den Bau gesteckt hatte.

Mit dem Kauf der beiden Gebäude verbindet sich die Absicht, den maroden Turmaufbau des Neuen Rathauses abzureißen und Teile der Verwaltung in die Rathausstraße zu verlagern. Ex-Bank und Casino, langjährige Leerstände, müssten dazu allerdings umfassend umgebaut und saniert werden. Oberbürgermeister Lorig sagte zum Stand der Dinge, die Begutachtung und der Kostenvergleich mit einer Sanierung des Rathaus-Turmaufbaus seien im Gange. Ende Mai könne dann wohl die endgültige Entscheidung im Stadtrat fallen.

Die Sanierungskosten für den Turm wurden bisher auf deutlich über 15 Millionen Euro, die für einen Umzug inklusive Turmabriss auf an die 20 Millionen Euro geschätzt. Oberbürgermeister Lorig erhofft sich hier einen Zuschuss in Größenordnung von bis zu 50 Prozent.

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