Versöhnungs-Platz: Der Streit tobt weiter

Versöhnungs-Platz: Der Streit tobt weiter

Nach der Einweihung ist die Völklinger SPD-Stadtratsfraktion mit Kritik am „Platz der Versöhnung“ aufmarschiert. Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) weist nun die Beschwerden in allen Punkten zurück.

Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU ) und seine Planer Michael Zimmer und Ludwin Scherer haben auf die Kritik von SPD-Stadtratsfraktion und Alt-Oberbürgermeister Hans Netzer (SPD ) am über eine halbe Million Euro teuren neuen Platz bei der Versöhnungskirche (SZ vom 20. April), "Platz der Versöhnung" genannt, mit Kopfschütteln reagiert. In einem Pressegespräch erläuterten sie ihre Sicht zu den beanstandeten Punkten wie den Farb-Abplatzungen an der Balustrade zur Kirche hin.

Hier sei es "mit einem Eimer Farbe nicht getan", bekräftigten Lorig und seine Fachleute. Wenn nicht grundsaniert werde, drücke sich binnen eines Jahres wieder der Salpeter wieder durch. Netzer rede von 13 500 Euro, die die Völklinger Kulturstiftung der Stadt überwiesen habe. In einem Brief Netzers vom 25. November 2015 heiße es aber ausdrücklich, dass der Vorstand zum einstimmigen Ergebnis gelangt sei, dass die Spende für den städtebaulichen Ideenwettbewerb für das Areal der Versöhnungskirche Verwendung finden müsse. Lorig hierzu: "Herr Netzer darf uns immer einen neuen Brief schreiben."

Nächster Schritt werde nun sein, ein Angebot für die Sanierung der Balustrade einzuholen und zu sehen, was dieser Zwischenabschnitt einschließlich des oberhalb geplanten Nachbarschaftsgarten koste. Dies sei dann, wie jeder weitere Schritt, mit dem Zuschussgeber, dem Referat Städtebauförderung beim Innenministerium abzustimmen. Dieser habe auch bereits darauf aufmerksam gemacht, dass künftig eine Eigenbeteiligung der Kirchengemeinde erwartet werde. Mit dem Platz habe die öffentliche Hand bereits rund 500 000 Euro auf Kirchengelände investiert.

Trotz des angeblich ungünstigen Einweihungstermins (vergangener Freitag, elf Uhr) hätten auch vier bis fünf Mitglieder der SPD-Ratsfraktion an der Feier teilgenommen, sagte Lorig. Dort habe er bereits bekräftigt, dass wildes Parken auf dem Platz unterbunden werden müsse. Im Einvernehmen mit dem Eigentümer des Nachbargrundstücks komme nun eine Poller-Front direkt zur Straße hin. Dann sei im Eingangsbereich zur Moltkestraße hin nur noch die ("erwünschte") Außengastronomie zu finden.

Mit der als "Monsterbank" kritisierten Sitzgelegenheit am Eingang verhalte es sich wie mit Seife, sagte Lorig: "Das ist Geschmackssache." Die Eiben-Hecken, die die Teilflächen eingrenzen, waren von der SPD als giftig gekennzeichnet worden Lorig sagte dazu, Eiben sollten natürlich nicht auf Kinderspielplätzen eingesetzt werden, seien aber ansonsten im öffentlichen Bereich üblich und zulässig. Wer dies am Platz der Versöhnung beanstande, dürfe dann "auch Kinder nicht in den Wald lassen". Ansonsten habe Pfarrerin Rita Wild bereits bei der Einweihung von Planer Luca Kist eine Heckenschere als symbolisches Geschenk erhalten. Mit Beschneiden seien diese Pflanzen und auch ihre (möglicherweise verlockenden) Beeren gut im Zaum zu halten.