Lernexpertin berät zum Thema Lernen

Lernexpertin berät zum Thema Lernen

Welche Typen gibt es? Welche Rolle spielt Bewegung? Wann ist die beste Zeit für Hausaufgaben? Expertin Susanne Ullrich beantwortete am Dienstagabend in der Gemeinschaftsschule Sonnenhügel Fragen zum Thema Lernen.

Nicht alle Kinder lernen auf die gleiche Weise: Manche Schüler verstehen mündliche Erklärungen besser, andere prägen sich Zusammenhänge gerne anhand von Tafelbildern ein. Je nach Typ werden gehörte oder gesehene Informationen leichter aufgenommen. Wissen die Eltern, durch welche Kanäle der Nachwuchs die Unterrichtsinhalte verarbeitet, können sie ihn effektiver unterstützen. "Wie motiviere ich mein Kind zum Lernen?", lautete am Dienstagabend die Frage in der Elternschule der Volkshochschule (VHS) Völklingen . In der Gemeinschaftsschule Sonnenhügel stellte Lernberaterin Susanne Ullrich die verschiedenen Lerntypen vor. Der visuelle Typ lernt, indem er Informationen liest oder Bilder anschaut. Er favorisiert Arbeitsblätter, Karteikarten und Diagramme. Der auditive Typ hingegen verarbeitet Lerninhalte vor allem übers Gehör. Mündliche Erläuterungen sind ihm wichtig, Vokabeln liest er sich selbst laut vor. Der kommunikative Typ stellt viele Fragen, diskutiert häufig und lernt am besten gemeinsam mit Freunden. Lernmaterialien, die man anfassen kann, bevorzugt der haptisch-motorische Typ. Er bewegt sich gerne und lernt Vokabeln effektiv beim Gehen.

Nicht jedes Kind lässt sich eindeutig einer Kategorie zuordnen. Es gibt auch Schüler, die verschiedene Wahrnehmungskanäle nutzen. "Oft mischen sich die Typen", sagte Ullrich.

Neben den Lerntypen spielen auch die Lernzeiten bei der Informationsverarbeitung eine wichtige Rolle. Das Gehirn, erklärte die Dozentin, baue nach einer bestimmten Zeit ab. Weil die Leistungsfähigkeit am Nachmittag sinkt, sollten die Hausaufgaben nicht direkt nach der Schule gemacht werden. Nach dem Unterricht empfiehlt die Expertin zunächst Freizeit mit Bewegung. So füllt sich der leere Akku wieder auf. Die beste Lernzeit für 14- bis 16-jährige Jugendliche, so Ullrich, liege zwischen 18 und 22 Uhr. Wer auf die Leistungsschwankungen des Gehirns Rücksicht nimmt, fördert neben dem Lernerfolg auch den Familienfrieden. "Sie ersparen sich ziemlich viel Stress", versicherte Susanne Ullrich.