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Zum Auftakt die Blies-Bluesband
Die Tuesday-Station-Music kehrt zurück

Die Blies-Bluesband eröffnete den neuen Reigen im Alten Bahnhof in Völklingen.
Die Blies-Bluesband eröffnete den neuen Reigen im Alten Bahnhof in Völklingen. FOTO: BeckerBredel
Völklingen. Eine Erfolgsserie ist zurückgekehrt. Die Tuesday-Station-Music nimmt wieder Fahrt auf im Völklinger Alten Bahnhof.

Alte Liebe rostet nicht, wie sich am Dienstagabend im Alten Bahnhof Völklingen zeigte. Die Blies-Bluesband war zurück und mit ihr die Tuesday-Station-Music im historischen Gemäuer. Mit zurück auch das Publikum, meist gute Bekannte aus den vergangenen Tagen der vor Jahren in Pause geschickten Reihe mit Rock-, Blues- und Jazzmusik. Mit zurück auch Friederike und Udo Tull als Bahnhofs-Eigentümer und ehemalige -Betreiber. Mit zurück auch Christoph Gottschalk als ehemaliger  Macher der Tuesday-Station-Music. Und die Zicken einer Diva, die der zur Konzerthalle gewordene Kaisersaal als Star der Reihe so zu bieten hat.


Da schimpft zum Beispiel „Gulli“ Rudi Spiller unmittelbar nach dem Soundcheck. Das „Sch“ in seiner Tirade ist aber wohl als „schwierig zu beschallen“ zu verstehen, was aus seiner Erläuterung hervorgeht: „Normal stecke ich die Anlage ein, und es klingt fast von alleine.“ Die Bahnhofshalle verlangt dem Beschaller da schon mehr ab, ehe Gulli zum Gitarristen werden darf. Dementsprechend zieht sich der Soundcheck hin, immer wieder muss dies und das noch nachgeregelt werden.

Dann aber regiert der Rock – der Blues-Rock, um genau zu sein. Von der Sorte, wie ihn auch die Blies-Bluesband nach dem Tod ihres Gitarristen Jürgen Rath pflegt. Der, einstiger Beschaller und Mitorganisator der Reihe, gilt ebenso als einer der Väter der Tuesday-Station-Music wie auch Gottschalk und die Tulls. Urgestein Udo Oster ist nach wie vor Stimme der Blies-Blueser. Er bekennt dann auch sogleich: „Es tut gut, wieder hier zu sein.“ „Gulli“ Rudi Spiller hat den Gitarrenpart des Freundes Jürgen übernommen, Roman Grzyb gibt weiterhin den Takt an. Christian Kaspari bedient neuerdings die Tasten, und am Bass gab es eine Überraschung. Oster: „Unser Joey Reitz kurlaubt, Pete Eifel ist auf die Schnelle eingesprungen.“ Der spielt und singt sonst bei Thomas Blugs „Dreist“, den Novembergästen im Völklinger Bahnhof.



„Pull it right back“ wird zum ersten Titel der neuen Tuesday-Station-Music, gefolgt von „Black Magic Woman“ und der „Route 66“, die schon allerhand Möglichkeiten für Soli bietet. Nur in einem Punkt hakt es noch: „Leider haben wir bisher noch keine Sponsoren gefunden, so dass die ganze finanzielle Last momentan bei der Familie Tull liegt. Insofern hoffen wir dann auf großzügige Hutspenden, da weiterhin auf einen Eintritt verzichtet wird.“

Neues gibt es dann auch. So kommt man in den Konzertsaal nur über das Restaurant. Außerdem werden Getränke neuerdings im Saal verkauft. Die Begeisterung ist nach wie vor noch da, als hätte es nie eine längere Pause gegeben. Da freut sich Udo Barbian: „Als dann der Ersatz-Side-Man Pete Eifel mit einer grandiosen Gesangs-Einlage den Soul Man gab, war auch meine Seele im Reinen, und die Gänsehaut ging bis zum kleinen Zeh.“