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Großer Andrang im Backhaus
Backofen zwölf Stunden in Betrieb

Martin Reichertz beschickt den Backofen des Backhauses in Lauterbach beim neunten Backhausfest mit leckeren Flammkuchen.
Martin Reichertz beschickt den Backofen des Backhauses in Lauterbach beim neunten Backhausfest mit leckeren Flammkuchen. FOTO: Andreas Lang / Picasa
Lauterbach. Hobbybäcker gönnen sich keine Pause beim Fest in Lauterbach. Von Andreas Lang

Beim Backhausfest in Lauterbach läuft der Backofen im Dauerbetrieb. „Zwölf Stunden am Stück werden es heute schon werden“, sagt Martin Reichertz, zweiter Vorsitzender des Backhausvereins und einer der Backofenbediener, während er unermüdlich Pizzen und Elsässer Flammkuchen ins Ofeninnere schiebt – und Minuten später wieder lecker gebacken aus der Hitze holt.


Knapp 400 Grad herrschen da gerade im Herzen des Ofens. Immer wieder beschicken die Freizeitbäcker und ihre Helfer das mehr als 34 Tonnen schwere Ungetüm mit 4,14 Quadratmetern Backfläche. Wenn es darauf ankommt, können bis zu 90 herzhafte Brote auf einmal gebacken werden. Oder die Kuchen für die Süßmäulchen. Kirchstreusel, Schneckenkuchen, Rahmkuchen und in dieser Jahreszeit vor allem der Quetsche-Kuche kommen bei den Gästen immer gut an.

Drei bis vier Stunden brauchen die Freizeitbäcker, um den Ofen mit einem Buchenholzfeuer auf Betriebstemperatur zu bringen. Was dem Autoliebhaber die Pferdestärken sind, bedeuten dem Hobbybäcker die Kilowatt: „Etwa 80 kw“, wie Ofenbediener Reichertz angibt.



Günter Schmidt ist seit kurzem der neue Vorsitzende des Backhaus-Vereins. Er hat das Amt von Esther Zimmer übernommen: „Nach zehn Jahren im Amt wollte sie sich eine Ruhephase gönnen.“ Was sie allerdings nicht davon abhält, den Verein beim Backhausfest zu unterstützten, indem sie unter anderem prickelnde Getränke verkauft. Schmidt: „Als Gründungsmitglied habe ich mich dann bereit erklärt, das Amt zu übernehmen, damit es weiter geht.“

65 Mitglieder zählt der Verein, und doch ist der Vorsitzende nicht so ganz zufrieden: „Wir haben ein Generationenproblem. Es fehlen junge Lauterbacher, die sich im angenehmen Umfeld unseres Vereins engagieren.“ So oft es geht, zeigen die Hobbybäcker übers Jahr Interessierten, wie der Ofen funktioniert, und vermitteln die Erfahrung des Bäckerhandwerks. Kindergärten und Schulklassen kommen gerne zu Besuch. Auch Gruppen mit Menschen, die ein körperliches oder geistiges Handicap haben. Und ganz normale Vereine und lose Gruppen.

Eigentlich war das Backhausfest für 16. September geplant. „Da wären aber zu viele von uns in Urlaub gewesen“, so Schmidt. Zweiter Höhepunkt im Vereinskalender wird der Weihnachtsmarkt, der am 2. Advent rund ums Backhaus stattfindet. Im kommenden Jahr soll auf jeden Fall wieder im Sommer gefeiert werden. Dann steht das zehnte Back­hausfest an. Was für den Ofen wieder Dauerbetrieb bedeutet.

Rund 400 Grad Hitze herrschen im Innern.
Rund 400 Grad Hitze herrschen im Innern. FOTO: Andreas Lang / Picasa