Die RAG arbeitet an der Berghalde Maybach

Berghalde Maybach : Sulzbacher Biotop in Gefahr?

Die RAG arbeitet derzeit am Haldengraben auf der Sulzbacher Seite der Bergehalde Maybach. Weitere Bauarbeiten sollen folgen. Bürger sehen das Ökosystem in Gefahr.

Am Fuße der hauptsächlich zu Friedrichsthal gehörenden Bergehalde Maybach hat sich auf Sulzbacher Seite in den letzten Jahrzehnten ein echtes Naherholungsgebiet und Biotop entwickelt. Der Angelsportverein nutzt die beiden Weiher am Trenkelbach für seinen Sport, Spaziergänger finden Ruhe, die Vogelfreunde Hühnerfeld helfen seit Jahren mit Nistkästen seltenen Vogelarten. Einige Amphibien- und Reptilienarten haben sich angesiedelt. Es ist ein kleines Paradies für Mensch und Tier. Doch nun scheint es bedroht zu sein. „Im Rahmen des Abschluss- und Betriebsplanes haben derzeit Arbeiten zur Ertüchtigung und Aufweitung des Haldengrabens bis zur Einleitung in den Trenkelbach begonnen“, teilte die RAG auf Anfrage der Stadt Sulzbach mit, die von den Arbeiten von Anwohnern erfahren hatte. Über diesen Haldengraben soll künftig das Oberflächenwasser abfließen.

Soweit so gut – doch stellt die Maßnahme nur einen ersten Bauabschnitt dar. Der zweite könnte massive Eingriffe ins kleine Ökosystem zur Folge haben. Der obere Weiher soll mit Erde gefüllt werden. Das Weiherbecken soll dann zu einem Bachlauf verkleinert werden. Die RAG nennt das eine „naturnahe Offenlegung des Trenkelbaches“, wodurch zudem eine „großzügige Vernässungszone“ entstehen soll. Die RAG sieht in dieser Variante eine ökologische Aufwertung. Anwohner und Vereinsvertreter sehen das anders. Es „sei nur eine billige Möglichkeit überschüssige Erdmassen ohne große Transportkosten zu entsogen“, so ein Mitglied der Vogelfreunde.

Eine zweite vom Unternehmen geprüfte Variante würde von einer Verfüllung des oberen Weihers absehen, dennoch sind auch hier Arbeiten zum Erhalt der Standsicherheit des Ufers erforderlich. „Wir waren selbst überrascht von der Maßnahme“, sagte Sulzbachs Bürgermeister Michael Adam, als im Rahmen der jüngsten Stadtratssitzung das Thema auftauchte: „Ich bin dankbar, dass ich das aus dem Rat erfahre.“

Die Bürger hatten sich an Hermann Kreis (AfD) gewandt, der die Anfrage in den Rat trug. „Es geht hier um 700 000 Kubikmeter Material welcher Art auch immer, das hier verbaut werden soll. Das sind 30 000 Lkw“, sagt Kreis.

„Das Unternehmen muss sich jetzt mal erklären und den Bürgern sagen, was sie denn da eigentlich vorhaben. Die Leute sind verunsichert“, so Kreis. Der Bürgermeister hat das Biotop am Trenkelbachweiher zur Chefsache erklärt. „Wir versuchen zu vermeiden, Panik zu verbreiten“, sagt Adam, „wohlverstandene Interessen müssen gewahrt werden. Ich habe den Vertretern der RAG mitgeteilt, dass diese Planungsvarianten öffentlich vorgestellt werden, bevor irgendetwas entschieden wird.“ Es fehlten Pläne, mit denen man sich auseinandersetzen kann. Eine ordnungsgemäße Einbindung der Bevölkerung sei unerlässlich.

Mehr von Saarbrücker Zeitung