Dagmar Günther und der Kunstverein Sulzbach-Saar

Kulturköpfe in der Region : Engagiert für den Kunstverein Sulzbach-Saar

Die Vorsitzende Dagmar Günther ist bis zu 20 Stunden pro Woche ehrenamtlich im Einsatz – denn es macht ihr Freude.

Wenn man Dagmar Günther, Vorsitzende des Kunstvereins Sulzbach-Saar, nach ihrem Beruf als Grafikdesignerin fragt, dann antwortet sie: „Der war mir schon in meiner Jugend vorbestimmt.“ Denn schon ihr Vater war freiberuflicher Grafiker und Maler, ihre Mutter Modedesignerin.

„Und die Freunde meines Vaters, die saarländischen Maler Fritz Berberich oder Fritz Zolnhofer, kamen häufig zu Besuch“, fügt sie lächelnd hinzu. Daher machte Dagmar Günther eine Ausbildung zur Lithographin, anschließend ging sie im Jahr 1979 nach München an die Akademie für das Graphische Gewerbe, studierte dort Angewandte Malerei, Grafikdesign, Kalligraphie und Lithographie. 1982 kehrte sie ins Saarland zurück, entwarf erstmal Abdrücke für die Porzellanherstellung. „Das wurde damals alles noch von Hand gezeichnet“, erklärt sie. Zwei Jahre später machte sie sich als Grafikdesignerin selbständig, arbeitet seither in Sulzbach mit eigenem Atelier.

Das ist die berufliche Seite. Denn es gibt bei Dagmar Günther noch eine private Neigung. Und davon eigentlich zwei. Denn Dagmar Günter arbeitet neben ihrem Beruf auch an eigenen, freien, künstlerischen Werken. „Das ist dann ganz oft Freie Malerei in den unterschiedlichsten Techniken, aber ich mache auch gerne Emaille- und Schmuckarbeiten“, erzählt sie weiter. Das sei für sie ihr „Hobby im Beruf“.

Dann aber ist Dagmar Günther in Sulzbach und weit darüber hinaus auch als Vorsitzende des dortigen Kunstvereins bekannt. „Im Jahr 2007 hatte der damalige Bürgermeister 15 kunstinteressierte Sulzbacher Bürger zu einem Gespräch eingeladen, mit dem Ziel, dass man sich zukünftig gemeinsam um die Kultur in der Stadt kümmert“, erinnert sie sich. „Aus diesen Gesprächen wurde dann der Kunstverein Sulzbach-Saar gegründet. Und seither organisiert der Verein in enger Kooperation mit der Stadt Kunstausstellungen und andere Kulturveranstaltungen“, sagt sie. Der Ort des Geschehens ist dabei die Aula in der Sulzbacher Gärtnerstraße. „Die Galerie unten wird nur vom Verein genutzt, auf die anderen Räume können wir nach Rücksprache mit der Stadt zurückgreifen“, erklärt Dagmar Günther weiter. Sie ist Gründungsmitglied des Vereins und seit dem Jahr 2016 auch Vorsitzende.

Der Sulzbacher Kunstverein hat heute fast 70 Mitglieder, der Vorstand besteht aus neun Aktiven. Das Veranstaltungsprogramm des Vereins wird einmal im Jahr erarbeitet. Für die meist acht Kunstausstellungen im Jahr gibt es viele Bewerbungen von Künstlern, nicht nur aus der Region. Kein Wunder, denn die große, helle Galerie der Aula mit ihren hohen Fenstern und dem Holzdielenboden zählt zu den wenigen museal wirkenden Ausstellungsräumen im Saarland.

Neben den Kunstausstellungen organisiert der Verein aber auch seit zwölf Jahren den Preis für Junge Kunst, der jedes zweite Jahr stattfindet. Nach einer Ausschreibung, die sich auch an Kunsthochschulen richtet, bewerben sich mittlerweile über 50 junge Kunstschaffende. Auch hier ist Dagmar Günther gefragt, damit eine Jury eine Vorauswahl aus den Bewerbungen treffen und anschließend den Preis vergeben kann.

Das Aushängeschild des Vereins sind aber die Glaskunsttage im Herbst jeden Jahres. Über 3000 Besucher kommen jedes Jahr an den drei Tagen in die Aula, um sich die Werke der Aussteller aus Nordrhein-Westfalen, dem Bayrischen Wald, aus Tschechien, Luxemburg und aus Frankreich anzuschauen.

Im Dezember folgt dann noch der Kunstmarkt des Vereins. „Und gerade hat sich im Verein auch eine neue Gruppe gebildet, die sich um Musik und Literatur kümmert, sodass wir dann in Zukunft auch Musikkonzerte anbieten wollen“, erklärt die Grafikerin weiter.

Wer die Veranstaltungen des Kunstvereins Sulzbach besucht, der kennt auch Dagmar Günther. Denn sie ist die zierliche Person im Hintergrund, die alle Fäden in der Hand hält, die alles organisiert, die beim Aufbau hilft, die die Aula aufschließt, aber auch den Flyer gestaltet und die auch gerne hinter der kleinen Theke steht und Getränke ausschenkt. Dagmar Günther winkt da aber ab. „Ich bin im Laufe der Jahre in die Vereinsarbeit hineingewachsen“, sagt sie lapidar und sieht ihr Arbeitspensum von 15 bis 20 ehrenamtlichen Wochenstunden für den Verein schon als normal an. Ihre Motivation? „Es macht mir einfach Spaß“, antwortet sie, und man glaubt es ihr sofort.

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