Nächtliche Odyssee durch den Regionalverband

Völklingen/Großrosseln. "Es ist vier Uhr nachts, wo zum Teufel bleibt der Anschlussbus????" - Diesen Satz hat Holger Kurtz noch an Ort und Stelle an die Leserreporter-Adresse der Saarbrücker Zeitung geschickt

Völklingen/Großrosseln. "Es ist vier Uhr nachts, wo zum Teufel bleibt der Anschlussbus????" - Diesen Satz hat Holger Kurtz noch an Ort und Stelle an die Leserreporter-Adresse der Saarbrücker Zeitung geschickt. "Und den können Sie auch gerne so abdrucken", sagt er im anschließenden Telefonat - wenn auch nicht mehr ganz so aufgebracht wie noch in der Nacht auf Fronleichnam. Was war geschehen?Fast anderthalb Stunden zuvor, und damit ein paar Minuten vor Abfahrt der Nachtbuslinie N 14 stand der 19-Jährige aus Dorf im Warndt schon an der Haltestelle bei der Saarbrücker Kufa. In einer Gruppe mit sechs Freunden wollte er sich auf den Heimweg machen. Die Nachtbusse verkehren am Wochenende und vor Feiertagen, also müsste gleich einer kommen, war sich der Student sicher. Als aber nach langer Zeit noch keine N 14 in Sicht war, wurde die Gruppe allmählich ungeduldig. Die ersten entschieden sich, ein Taxi zu rufen. Holger Kurtz wartete noch weiter mit drei Freunden.

"Um halb vier kam der Bus dann endlich", so der Student, mit über 40 Minuten Verspätung. Die verärgerten jungen Leute wollten Genugtuung, "einer von uns weigerte sich sogar, den Fahrpreis zu zahlen." Aber der Busfahrer ließ nicht mit sich reden und verlangte die vollen zwei Euro pro Person.

In Völklingen dann wollten Kurtz und seine Freunde in die N 34 umsteigen. "Aber da war kein Bus", so Kurtz. Der war schon weg, hatte nicht auf den aus Saarbrücken gewartet. Für den verärgerten Studenten völlig unverständlich: "Es macht ja überhaupt keinen Sinn, dass er vorher losfährt. Da wollen ja nur Leute mit, die mit dem Saarbrücker Bus kommen", also wie er selbst.

Nein, das stimmt nicht, sagt Thorsten Gundacker, zuständig für das Beschwerdemanagement bei den Völklinger Verkehrsbetrieben (VVB). Die VVB sind zuständig für die Linie 14. In deren Auftrag steuert das Unternehmen Baron die Busse, auch die der Anschlusslinie N 34. "Da fahren natürlich auch Leute aus Völklingen mit", sagt er. Und normalerweise sei es auch so, dass die Busfahrer Kontakt halten. Aber wenn der erste schon vierzig Minuten zu spät sei, könne die N 34 auch nicht mehr warten. "Sonst schafft dieser Fahrer seine eigene Runde nicht mehr."

Warum der erste Bus überhaupt so spät unterwegs war, kann Gundacker nach einer kurzen Nachfrage bei der Firma Baron auch noch beantworten: Der eigentlich Busfahrer sei kurzfristig ausgefallen. Für ihn war ein zweiter eingesprungen, der nicht im Dienst war, was natürlich etwas Zeit gebraucht hatte. Auf den Vorschlag der Studenten, den Fahrpreis zu mindern, entgegnet Gundacker, dass sie andererseits aber auch befördert wurden. "Allerdings", gibt er zu, "hätte man da etwas Fingerspitzengefühl haben können." Der Mann im Cockpit schien den jungen Leuten nicht erklärt zu haben, was geschehen war.

Holger Kurtz selbst hatte zuvor keine Probleme mit den Nachtbussen. An Fronleichnam ist er schließlich mit dem Taxi nach Hause gefahren.

Wer mit den Nachtbussen nicht zufrieden ist, den ermutigt Thorsten Gundacker von den VVB, sich bei ihm direkt zu melden. Auf VVB-Webseite findet man die Kontakt-Daten.

vvb.swvk.de

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