Linke: Bisher haben 1000 Saarbrücker eine Sozial-Card beantragt

Linke: Bisher haben 1000 Saarbrücker eine Sozial-Card beantragt

Saarbrücken. "Die zum 1. Juli eingeführte Sozial-Card, die Bedürftigen in Saarbrücken auf Antrag für einige Einrichtungen Preisnachlässe beschert, wird sich bald als Flop erweisen" - orakelt die FDP-Stadtratsfraktion in einer Pressemitteilung und begründet diese Einschätzung mit der geringen Zahl von Leuten, die bislang eine Sozial-Card beantragt haben (die SZ berichtete)

Saarbrücken. "Die zum 1. Juli eingeführte Sozial-Card, die Bedürftigen in Saarbrücken auf Antrag für einige Einrichtungen Preisnachlässe beschert, wird sich bald als Flop erweisen" - orakelt die FDP-Stadtratsfraktion in einer Pressemitteilung und begründet diese Einschätzung mit der geringen Zahl von Leuten, die bislang eine Sozial-Card beantragt haben (die SZ berichtete). Deshalb fordert die FDP, die rot-rot-grüne Stadtratsmehrheit auf, die Einführung der Sozial-Card wieder rückgängig zu machen - und stattdessen einen Familienpass einzuführen, wie die FDP ihn vorgeschlagen hat. FDP-Fraktionschef Friedhelm Fiedler erklärt: "Die FDP hat immer wieder gewarnt, dass der Sozialpass die Menschen als Sozialschwache diskriminiert und Widerwillen hervorrufen wird. Wir haben stattdessen die Einführung eines Familienpasses vorgeschlagen, der ein wesentlich umfangreicheres Sparangebot umfasst." Mit dem Familienpass anstelle der Sozial-Card - so meint Fiedler - hätte Saarbrücken "die Chance, sich zu einer echten Kinder- und Familienstadt zu entwickeln und so zu profilieren". Ganz anders bewertet die Stadtratsfraktion der Linken den Start der Sozial-Card. Fraktionschef Rolf Linsler gibt zu bedenken, dass es die Sozial-Card ja erst seit dem 1. Juli gibt: "Also seit gerade einmal zwölf Werktagen mitten in der Ferienzeit. Es ist viel zu früh für eine Bilanz." Linsler stellt klar: "Die Sozial-Card der Stadt gilt nur für Menschen, die in Saarbrücken gemeldet sind - und deshalb kann man nicht die Zahlen des gesamten Regionalverbandes als Maßstab nehmen. Tatsächlich gibt es in der Stadt rund 28 000 Menschen, die Anspruch auf eine Sozial-Card haben - nicht 45 000." Nach Informationen der Linken haben bislang rund 1000 Saarbrücker eine städtische Sozial-Card beantragt. Außerdem gibt der Linken-Chef zu bedenken, dass SaarBahn&Bus den Sozial-Card-Inhabern ja erst ab September Vergünstigungen gewährt. Und irgendwann erhalte jeder, der Anspruch darauf hat, die Card automatisch. red