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Gärten voller sicherem GemüseKleingärtner integrieren Zuwanderer

Gärten voller sicherem GemüseKleingärtner integrieren Zuwanderer

Malstatt. Die Angst vor EHEC-Erregern sorgte in den vergangenen Monaten dafür, dass bei vielen Menschen ein mulmiges Gefühl aufkam, sobald sie sich Gemüse oder Obst zubereiteten. Aber nicht bei den Kleingärtnern vom Rastpfuhl

Malstatt. Die Angst vor EHEC-Erregern sorgte in den vergangenen Monaten dafür, dass bei vielen Menschen ein mulmiges Gefühl aufkam, sobald sie sich Gemüse oder Obst zubereiteten. Aber nicht bei den Kleingärtnern vom Rastpfuhl. Denn während andere aufgeregt rätselten, ob es nun spanische Gurken oder asiatische Sprossen sind, die den Keim ins Haus bringen, konnten sich die Laubenpieper guten Gewissens in ihren Gärten bedienen.

Mit ruhigem Gewissen essen

"Nur Kleingärtner können wirklich sicher sein, woher ihr Gemüse und Salat stammen", erklärte Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz beim Sommerfest der Schrebergärtner am Knappenroth auf dem Rastpfuhl: "Gerade in Zeiten von EHEC wird das Gärtnern immer wichtiger."

Uschi Klass, die Vorsitzende der Kleingärtner am Knappenroth, informierte: "Bei uns gilt die Drittelregelung: ein Drittel Laube, ein Drittel Wiese und ein Drittel Nutzgarten." Das sind die Bedingungen dafür, dass die Stadt die Gärten als "Grabeland" günstig an die Laubenpieper verpachtet. Klass hat in den 65 zur Anlage gehörenden Gärten beobachtet: "EHEC hat nicht dafür gesorgt, dass mehr Gemüse und Salat angepflanzt wird." Ob nun mehr oder weniger vitaminreiche Nahrung angebaut wird, macht sie eher an der Nationalität fest. "Italiener, Menschen aus dem einstigen Jugoslawien oder Deutsch-Russen bauen weit mehr Gemüse an, als Deutsche", berichtete sie.

Ursel und Ferdi Peters bewirtschaften bereits seit rund 30 Jahren einen Schrebergarten auf dem Rastpfuhl. "Wir waren unter den ersten, die hier einen Garten angelegt haben und gehörten auch zu den Ersten im Verein", sagte Ferdi Peters. Auf Bohnen, Tomaten, Kartoffeln und vieles mehr aus dem eigenen Anbau wollen sie schon lange nicht mehr verzichten. "Aber wir bauen sowieso das an, was wir brauchen", berichtete Ursel Peters. Dabei spiele die jahrelange Erfahrung eine größere Rolle als Schreckensnachrichten: "Nein, wegen EHEC haben wir nichts anders gemacht als sonst."

Auch Nachbarin Heidi Bauer hat beim Säen nicht an den EHEC-Erreger gedacht und angepflanzt wie immer. Sie hat ihr Gärtchen erst seit ein paar Jahren und ist froh, dass es bei einer anderen Plage eine Verbesserung gegeben hat. "Bis vor kurzem hatte ich noch sehr unter den Wildschweinen zu leiden", berichtete sie. Die Schwarzkittel hatten auf Nahrungssuche immer wieder tiefe Löcher in ihren Garten gegraben. Doch zuletzt durften Säue und Keiler auch innerhalb der Anlage gejagt werden.

Wolfgang Klos ist Vorsitzender des Landesverbandes der Kleingärtner und erklärte: "Die meisten Kleingärtner im Saarland haben auch in diesem Jahr Gemüse angepflanzt - wie immer, der eine mehr, der andere weniger."

 Bei der Übergabe der goldenen Nadeln: (v.l.) Charlotte Britz, Uschi Klass, Wolfgang Klos und Christa Piper. Foto: Andreas Lang
Bei der Übergabe der goldenen Nadeln: (v.l.) Charlotte Britz, Uschi Klass, Wolfgang Klos und Christa Piper. Foto: Andreas Lang

Immer mehr Erzeugnisse würden derzeit geerntet und verzehrt. Klos weiß, wie sehr es beruhigt, wenn man Gemüse und Salat von der Aussaat bis zur Ernte beobachten konnte: "Man isst dann sehr beruhigt mit gutem Gewissen, was aus dem eigenen Garten kommt." Malstatt. Beim Sommerfest des Kleingartenvereins Knappenroth auf dem Rastpfuhl hat Wolfgang Klos, der Vorsitzende des Landesverbandes der Kleingärtner, Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz und Bezirksbürgermeisterin Christa Piper mit der Goldenen Nadel des Landesverbandes ausgezeichnet. Uschi Klass leitet den Kleingartenverein Knappenroth. Er ist 32 Jahre alt, hat 125 Mitglieder und 65 Gärten, die sich entlang der Sportanlage Knappenroth erstrecken. Neben der Pflege des Grüns und dem Pflanzen von Obst und Gemüse erfüllen die Kleingärtnervereine auch eine wichtige soziale Aufgabe. Britz: "Sie dienen auch der Integration unserer ausländischen Mitbürger." al