"Kriegsgräber sind eine Mahnung an uns"

Hassel/Saarbrücken. Während die Pflege der Soldatengräber in Deutschland den zuständigen Gemeinden und Bundesländern obliegt, kümmert sich der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) um die Soldatengräber im Ausland. Der VDK finanziert sich zu 80 Prozent aus Spenden und zu 20 Prozent aus öffentlichen Mitteln

Hassel/Saarbrücken. Während die Pflege der Soldatengräber in Deutschland den zuständigen Gemeinden und Bundesländern obliegt, kümmert sich der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) um die Soldatengräber im Ausland. Der VDK finanziert sich zu 80 Prozent aus Spenden und zu 20 Prozent aus öffentlichen Mitteln. Ein großer Teil der Spenden stammt aus Sammlungen durch ehrenamtlich tätige Helfer. Die Ministerpräsidentin des Saarlandes, Annegret Kramp-Karrenbauer, hatte nun zu einem Empfang für die saarländischen Helferinnen und Helfer in die Staatskanzlei nach Saarbrücken eingeladen.Bei strahlend schönem Wetter waren zahlreiche Soldaten, Reservisten und zivile Helfer gekommen, darunter auch sechs Mitglieder der Reservistenkameradschaft (RK) Hassel. Die RK Hassel hatte 2011 bei Haus- und Straßensammlungen in Hassel und bei Sammlungen auf den St.Ingberter Friedhöfen ein Rekordergebnis erzielt. 18 Reservisten hatten 5086,56 Euro gesammelt und damit den bisherigen Rekord von 2010 um acht Prozent übertroffen. Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer, der Kommandeur der Luftlandebrigade 26, Oberst Hannemann, der Kommandeur des Landeskommandos Saar, Oberst Otto Reiner, und der Landesvorsitzende des Reservistenverbandes, Major der Reserve Clemens Schug (RK Differten), würdigten in kurzen Ansprachen die Arbeit des VDK und dankten den zahlreichen Helfern.

Kultur der Erinnerung

"Was der VDK leistet, kann nicht hoch genug geschätzt werden", erklärte die Ministerpräsidentin als Schirmherrin des VDK. "Die Pflege der Ehrengräber gehört zur Erinnerungskultur dazu. Kriegsgräber sind auch eine Mahnung an uns alle." Oberst Reiner sagte: "Die Tätigkeit der Reservisten als Mittler zwischen der Bundeswehr und der Gesellschaft und als Mittler zwischen den Generationen ist wichtiger denn je, da sich die Bundeswehr immer mehr aus der Fläche zurückzieht." Der VDK-Landesvorsitzende Kurt Schönen freute sich über das hervorragende Sammelergebnis des vergangenen Jahres. 47 816 Euro hatten die aktiven Soldaten gesammelt. 30 417 Euro hatten die Reservisten beigesteuert. Pro Kopf liegt das Sammelergebnis im Saarland damit nach Bayern bundesweit an der Spitze. Schönen dankte allen Saarländern für ihre Spendenbereitschaft und den Helfern für ihr Engagement. "Künftig werden wir noch mehr auf Ihre Hilfe angewiesen sein." Der VDK sieht mit Sorge in die Zukunft. Bis 2019, wenn der VDK sein 100-jähriges Bestehen feiern wird, wird mit einem drastischen Rückgang der Mitgliederzahlen und der Spenden gerechnet. "Wir brauchen dann mehr staatliche Unterstützung, erfüllen wir doch mit der Kriegsgräberfürsorge eine staatliche Aufgabe", so Schönen. Er hoffe aber, dass der Volksbund angesichts des Engagements der Bundeswehr im Ausland nicht eine neue Bedeutung gewinnen werde. Stellvertretend für viele Kameraden wurden einzelne Angehörige der Luftlandebrigade und der saarländischen Reservistenkameradschaften geehrt.

Die Ministerpräsidentin verlieh Stefan Braun die Spinoza-Medaille des VDK. Als Dank für langjähriges Engagement erhielt der Stabsfeldwebel der Reserve Alfred Höllisch (RK Hassel) die Medaille des VDK-Landesverbandes und eine Ehrenurkunde. red