Im Sprint zu den Eier-Verstecken

Die Kinder mussten nicht nur miteinander um die versteckten Süßigkeiten kämpfen. Bei der traditionellen Ostereiersuche im Deutsch-Französischen Garten mischten auch wieder Erwachsene heftig mit.

Saarbrücken. Im Deutsch-Französischen Garten nutzten am Ostersonntag Tausende das frische, aber trockene Wetter für den Osterspaziergang und ließen sich mit der Schmalspurbahn durch den Park fahren. Oder sie beteiligten sich mit ihren Kindern am traditionellen Ostereiersuchen.4000 Schoko-Eier, Schokohasen und andere Süßigkeiten hatten die Gärtner im Astilbengarten verstreut. Das ansteigende Areal war zunächst gesperrt. Kurz nach 15 Uhr gab Bezirksbürgermeisterin Christa Piper den Startschuss, und die rund 1000 Ostereiersucher, die an den Absperrungen warteten, stürmten den Hang hinauf wie bei einem Volkslauf-Massenstart. Für die Kleinsten unter den Kindern war es schwer, dabei etwas zu ergattern, zumal zig Erwachsene - es mit den eigenen Kindern gut meinend - anderen die Süßigkeiten vor den Nasen wegschnappten.

Desiree Flaus kam mit der dreijährigen Charline zum Eiersuchen, doch die Kleine hatte am Ende nur ein winziges Schokohäschen im mitgebrachten Osterkörbchen. Für einige der leer ausgegangenen Kinder hatten die Gärtner aber etwas aufgehoben. Und so konnte sich Charline über einen großen Schoko-Hasen freuen, den ihr einer der Gärtner zusteckte. Den warf die kleine vor Freude in die Luft und lachte herzlich.

Martina Schmitt mit Tochter Victoria hatte auch nur magere Beute gemacht: "Es wäre ja schon besser, wenn es einen extra abgesperrten Kleinkinderbereich gäbe", sagt sie. Nur so könne man die Unterlegenheit der Kleineren ein wenig ausgleichen. Diesmal blieben wieder einige enttäuscht zurück, es gab auch Tränen. Der Andrang war aber auch rekordverdächtig, und die 4000 Artikel waren in wenigen Minuten restlos weggesammelt. "Diesmal wurde ich aber wenigstens nicht gleich in die Hecken gestoßen", sagte Schmitt, die seit Jahren Stammgast ist.

Gute Stimmung herrschte rund um den neuen Lese-Pavillon an der Konzertmuschel. Pächter Oliver Häfele, der seit zwei Wochen den Pavillon mit Biergarten betreibt, ist zufrieden. "Ab Mai bieten wir wieder Sonntagskonzerte an", sagt Häfele. Abends will er Jazz0 in den DFG holen.

Die Wasserorgel lief noch nicht, der Weiher habe aktuell zu wenig Wasser, begründete Piper den Ausfall der Orgel. Grundsätzlich funktioniere sie aber, sagte die Bezirksbürgermeisterin.

In der Gulliver-Welt begann an Ostern die letzte Saison. Die 82-jährige Renee Mohr ist die Chefin. Zusammen mit ihrem Mann hat sie 30 Jahre die Anlage mit den Mini-Sehenswürdigkeiten betrieben. Unübersehbar nagt der Zahn der Zeit an den Exponaten. Trotzdem denkt die in Saarbrücken lebende Französin mit Wehmut zurück. Im September schließt sie die Anlage. Die Stadt hat den Pachtvertrag gekündigt, will dort einen Spielplatz bauen. Am Sonntag kamen viele Besucher in die Gulliver-Welt. Conny Jäger und ihre Familie zum Beispiel: "Wir wollten uns im letzten Jahr das alles noch einmal ansehen." Fazit: Der DFG präsentierte sich an Ostern als angesagte Grünanlage mit 70 000 Frühlingsblumen - und kaum einem freien Parkplatz.