Juni und Clara sind beste Vorleserinnen

Zwölf Kinder beteiligten sich am Wettbewerb. Alle waren klasse. Da musste die Jury lange beraten.

"Die Entscheidung fiel uns schwer, denn alle Teilnehmer haben sehr gut gelesen", berichtete Jurymitglied Klaus Feld, nachdem die Gewinner der Saarbrücker Auswahlrunde im 58. bundesweiten Vorlesewettbewerb des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels feststanden. Feld ist der Geschäftsführer des Landesverbandes Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland im Börsenverein.

Acht Mädchen und vier Jungs waren am Montag zur Saarbrücker Auswahlrunde im Literaturcafé der Stadtbibliothek angetreten. Alle sind Schüler einer sechsten Klasse im Regionalverband und zwischen zehn und zwölf Jahre alt.

Am Schluss musste sich die fünfköpfige Jury rund 40 Minuten lang beraten, bevor sie die beiden Siegerinnen bekannt geben konnte: Juni Neddens (elf Jahre) und Clara Niesporek (elf Jahre).

Beide Mädchen haben in den Bewertungskriterien sehr gut abgeschnitten, erklärte Feld. Ihre Lesetechnik war flüssig, die Betonung der Wörter gut, und sie haben auf ihre Weise die Geschichte interpretiert. Sie haben sich für die Personen in den Dialogen eigene Stimmen ausgedacht.

Zu Beginn des Wettbewerbs hatten alle Kinder eine selbst gewählte Passage aus einem mitgebrachten Buch vorgelesen. Dieses Textstück konnten die Jugendlichen zu Hause einüben.

Danach wurde es schon schwieriger. Die Schüler bekamen einen fremden Text vorgelegt. Der Börsenverband entschied sich für das Buch "Sophie im Narrenreich" von Verena Petrasch.

"Das Buch ist altersgerecht, besitzt keine Fremdwörter und hat viele Dialoge", erläuterte Feld. Jedes Kind musste etwa drei Minuten aus dem Jugendbuch vorlesen. Einige Jungen und Mädchen hatten insbesondere mit dem Wort "Narretei" oder den Namen der Narren "Theobald" und "Kiéron" Probleme.

Die junge Clara war sehr froh, dass in ihrem Textstück die Namen nicht vorkamen. "Da hätte ich nicht genau gewusst, wie ich die aussprechen soll." Sie geht in die 6. Klasse des Deutsch-Französischen Gymnasiums und liebt es zu lesen: "Ich mag es, mich in Figuren hineinzuversetzen. Es fühlt sich dann so an, als würde ich im Buch selbst mitspielen."

Auf den Wettbewerb hätte sie sich nicht viel vorbereitet, sagte sie etwas verlegen. Auch die zweite Siegerin Juni, die in die 6. Klasse des Gymnasiums am Schloss geht, gab zu, nicht so viel für den Wettbewerb geübt zu haben. Sie habe daran teilgenommen, weil sie das Lesen liebe. Vor allem mag sie es, verschiedene Personen im Buch mit unterschiedlichen Stimmen wiederzugeben: "Am liebsten denke ich mir Stimmen für alte Omas aus."

Da konnte sie ihre Stärke ja gut ausspielen, denn im Jugendbuch führt die Hauptperson Sophie einige Gespräche mit ihrer Oma Lotte.

Zum Thema:

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und die Stadtbibliothek organisierten den Saarbrücker Vorentscheid im Vorlesewettbewerb. Die beiden Siegerinnen dürfen nun am 17. Mai am Landesentscheid des Wettbewerbs im Forum der Saarbrücker Zeitung teilnehmen.