Goethe, Gold und Gaumenfreuden

Neunkirchen/Saarbrücken. Ein Stück Neunkirchen in Saarbrücken entdecken: Die kulinarische Thementour "Goethe, Gold und Gaumenfreuden" lädt für Sonntag, 21. August , dazu ein, eine Schlüsselepoche der Saar-Region mit allen Sinnen zu erleben

Neunkirchen/Saarbrücken. Ein Stück Neunkirchen in Saarbrücken entdecken: Die kulinarische Thementour "Goethe, Gold und Gaumenfreuden" lädt für Sonntag, 21. August , dazu ein, eine Schlüsselepoche der Saar-Region mit allen Sinnen zu erleben."Hier wohnte Goethe 1770", verkündet eine Gedenktafel an einem Haus in der Neunkircher Irrgartenstraße und erinnert damit an den Aufenthalt des späteren "Dichterfürsten" in Neunkirchen. Als 20-jähriger Student bereiste dieser im Sommer jenes Jahres das Land des Fürsten Ludwig von Nassau-Saarbrücken und setzte der geschäftigen Hüttenstadt an der Blies später in seinen Memoiren "Dichtung und Wahrheit" ein literarisches Denkmal. Goethes Reiseziel war Saarbrücken, wo er sich drei Tage aufhielt, hier bewirtet wurde und anschließend über Dudweiler, Friedrichsthal und "Neukirch" nach Straßburg zurückkehrte. Vor diesem Hintergrund lädt nun der Themenrundgang "Goethe, Gold und Gaumenfreuden" zu einer sämtliche Sinne ansprechenden Entdeckungsreise durch das 18. Jahrhundert ein. Dabei lässt sich bei dieser Tour nicht nur das barocke Saarbrücken auf den Spuren des "Dichterfürsten", des 1792 ebenfalls in Neunkirchen weilenden Freiherren von Knigge sowie des genialen, auch in Neunkirchen tätigen Baumeisters Stengel erleben, sondern erschließt sich zugleich eine bis heute nachwirkende Blütezeit der Region aus ungewohnten Blickwinkeln, so heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus.

Glanzvolle Höhepunkte versprechen hierbei ein Besuch des Museums in der Schlosskirche, der zu Recht als "Schatzkammer des Saarlandes" bezeichneten "Alten Sammlung" sowie der Ludwigskirche mit dem sie umgebenden Platz zu werden. Bei all dem begegnet man auch dem 1752/53 von Stengel für den Fürsten Wilhelm Heinrich errichtete Schloss Jägersberg, dem 1793 aus Neunkirchen vor Revolutionstruppen geflohenen Fürsten Ludwig und seiner Frau, der später zur Reichsgräfin von Ottweiler erhobenen "Gänsegretel" Katharina Kest und ihren Kindern sowie Persönlichkeiten wie Friedrich Wilhelm Pustkuchen - an ihn erinnert in Wiebelskirchen seit 2009 ein Denkmal - oder jenem aus Ottweiler stammenden Hofmaler "Fornaro", der ebenfalls in enger Beziehung zu Goethe steht.

Darüber hinaus kann man das als "weißes Gold" bezeichnete Porzellan aus Ottweiler bestaunen, das heute zu den begehrtesten Marken der Welt zählt. Weitere Bezüge eröffnen daneben die beiden ältesten Stadtansichten von Neunkirchen sowie der ihnen gegenüber gestellte Prunkkamin aus dem Stummschen Herrenhaus.

Im Anschluss daran können sich die Teilnehmer dieses Themenrundgangs im Stammhaus der 1702 gegründeten Traditionsbrauerei Bruch auch kulinarisch der Goethe-Zeit nähern: So versprechen eine nach Originalrezept von 1769 zubereitete Pastete auf Salatbouquet nebst "Barock-Brot" ebenso wohlschmeckende wie nicht alltägliche Gaumenfreuden. Der in Kooperation mit der Kreisstadt Neunkirchen durchgeführte Themenspaziergang "Goethe, Gold und Gaumenfreuden" findet am Sonntag, 21. August, statt. Treffpunkt ist um 14.30 Uhr das Gasthaus Stiefel-Bräu, Am Stiefel/Ecke Fröschengasse (Nähe St. Johanner Markt). red

Im Kostenbeitrag von zwölf Euro pro Person enthalten sind die Dialog-Führung durch das Saarbrücken der Goethe-Zeit, das Museum in der Schlosskirche und die "Alte Sammlung" sowie ein Essen nach Originalrezept von 1769. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, wird eine Anmeldung unter Tel. (06 81) 9 36 45-0 erbeten.