Seine Retter brauchen jetzt selbst mal Hilfe

Regionalverband. Elsa schleppte sich bis auf die Terrasse. Ängstlich, struppig, abgemagert. Ein Bild des Jammers. Ein Fall für den Verein der Katzenfreunde. Er schenkte Elsa ein zweites, ein besseres Leben. Kastriert, geimpft und gut genährt wurde das Schildpatt-Kätzchen zu einer schnurrenden Schönheit, der noch schöne Jahre vergönnt waren

Regionalverband. Elsa schleppte sich bis auf die Terrasse. Ängstlich, struppig, abgemagert. Ein Bild des Jammers. Ein Fall für den Verein der Katzenfreunde. Er schenkte Elsa ein zweites, ein besseres Leben. Kastriert, geimpft und gut genährt wurde das Schildpatt-Kätzchen zu einer schnurrenden Schönheit, der noch schöne Jahre vergönnt waren. Mal mäusejagend auf den Wiesen des Dorfes, mal entspannt schnurrend auf jener Terrasse, wo sie einst Hilfe fand.Das ist eine von vielen Erfolgsgeschichten des Vereins. Die Katzenfreunde helfen seit 30 Jahren saarlandweit und im benachbarten Lothringen Katzen in Not. Sie fangen verwilderte Tiere und lassen sie kastrieren. So verhindern sie das ungebremste Wachstum der Katzenzahl im Lande. Das ist das wirksamste Mittel gegen das Elend der leisen Geschöpfe.

Die Arbeit der Katzenfreunde hat einen unverzichtbaren Stützpunkt, das Katzenhaus in Oberwürzbach. Die Vereinsmitglieder betreuen dort ausgesetzte und zurückgelassene Katzen und vermitteln sie. In gut drei Jahrzehnten Vereinsarbeit verhalfen die Katzenfreunde so mehr 7000 Schützlingen zu einem neuen Zuhause. Die schiere Zahl hat den Mitgliedern nicht die Sensibilität für traurige Tierschicksale genommen. "Einige geben Katzen bei uns mit der vorgeschobenen Begründung ab, sie seien ihnen zugelaufen", sagt die Vereinsvorsitzende Beatrice Speicher-Spengler - und vermutet doch aus leidvoller Erfahrung einen ganz anderen Grund, warum das Tier beim Verein landet. "Tatsächlich wollen einige ihre Katze loswerden, weil das Geld für eine Behandlung beim Tierarzt, etwa für eine Kastration nicht ausreicht." Geld, das der Verein aufbringen muss.

Zweimal pro Woche arbeitet eine aus der Vereinskasse bezahlte Tierärztin im Katzenhaus, impft, kastriert die eingefangenen Katzen und kennzeichnet sie. Schließlich sollen die Kerlchen leicht auffindbar sein, falls sie mal abhauen.

Die Arztkosten sind für die Vereinsmitglieder ebenso eine Herausforderung wie die Einsätze im ganzen Land. Sie scheuen keine Fahrt. Das hat seinen Preis. 80 000 Euro im Jahr lässt sich der mit 426 Mitgliedern größte Katzenverein im Saarland seine Tierschutzarbeit kosten.

Nicht einmal zehn Prozent steuern mit 6000 Euro pro Jahr die Tierschutzstiftung Saar und mit 200 Euro jährlich die Stadt St. Ingbert bei, wie der Verein schreibt. Um die Vereinskasse aufzubessern, wollen die Katzenfreunde Gastfreundschaft mit Tierschutz verbinden.

Sie feiern am Samstag und Sonntag, 13. und 14. August. Das Geld, das sie dann erwirtschaften, soll vielen Katzen helfen. Katzen, die, wie einst Elsa, ein zweites, ein besseres Leben verdienen.

Auf einen Blick

Sommerfest feiert der Verein an seinem Katzenhaus in Oberwürzbach, Farrenbergstraße 1. Das Fest beginnt am Samstag und Sonntag, 13. und 14. August, jeweils um 11 Uhr. Es gibt einen Frühschoppen, Leckereien vom Grill und viele Gelegenheiten, mit Katzenkennern über die faszinierenden Eigenschaften ihrer Schützlinge ins Gespräch zu kommen. Wer sich einer Führung durchs Katzenhaus anschließt, findet vielleicht einen wunderbaren Hausgenossen.

Hauptpreis der großen Fest-Tombola ist eine Schifffahrt für zwei Personen auf der Mosel von Trier nach Koblenz.

Weitere Infos bei Beatrice Speicher-Spengler, Glockenstraße 57, 66787 Wadgassen, Tel. (0 68 04) 68 29. ole