Geteiltes Echo auf Frankreich-Strategie der Landesregierung

Geteiltes Echo auf Frankreich-Strategie der Landesregierung

Die Frankreich-Strategie der Landesregierung stößt nicht nur auf Zustimmung. Während die IHK die Pläne mit eigenen Initiativen unterstützen will, meldeten die Oppositionsparteien Kritik an.

Die am Dienstag vorgestellte Frankreich-Strategie der Landesregierung ist auf ein geteiltes Echo gestoßen. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) des Saarlandes sieht in ihr einen "wichtigen Baustein, um den Standort Saarland noch attraktiver und bekannter zu machen". Für Menschen aus Lothringen senke mehr Zweisprachigkeit die Schwelle, um als Kunde oder Arbeitskraft ins Saarland zu kommen. IHK-Hauptgeschäftsführer Volker Giersch kündigte an, die Pläne mit zusätzlichen Initiativen zu unterstützen. Angedacht sei etwa die Organisation und Förderung von Deutschkursen für junge Franzosen.

Nach Ansicht der Grünen geht die Frankreich-Strategie der Landesregierung, die unter anderem eine flächendeckende Vermittlung der französischen Sprache in Kindertagesstätten sowie als Unterrichtsfach ab der ersten Grundschulklasse vorsieht, "grundsätzlich in die richtige Richtung". Dazu müssten aber nicht wie geplant Lehrerstellen abgebaut, sondern vielmehr zusätzliche geschaffen werden, so Grünen-Politiker Klaus Kessler. Ähnlich argumentiert die Linken-Abgeordnete Barbara Spaniol: "Der geplante Personalkahlschlag passt definitiv überhaupt nicht in das Bild einer groß angekündigten Frankreich-Kampagne." FDP und Piraten raten dazu, Englisch als Fremdsprache nicht zu vernachlässigen. "Die alleinige Fokussierung auf die Sprache Französisch ist nicht zeitgemäß", so FDP-Generalsekretärin Nathalie Zimmer. Piraten-Landeschef Michael Hilberer: "Neben dem Französischen darf, aufgrund der hohen internationalen Bedeutung, auch das Erlernen der englischen Sprache nicht vernachlässigt werden."

"Gut qualifizierte Arbeitskräfte lockt man nicht über sprachliche Zwangserziehung ins Saarland, sondern über gute wirtschaftliche Perspektiven", erklärten die Jungen Liberalen (Julis) an der Saar. Die Grüne Jugend Saar bezeichnet die Frankreich-Strategie schlicht als "naiv", da die Landesregierung offenbar glaube, "allein durch mehr Französischkenntnisse und tolle Slogans die Eigenständigkeit des Saarlandes sichern zu können".

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